Paymentandbanking.com http://paymentandbanking.com All about FinTech, Banking, Payment, Mobile Thu, 23 Feb 2017 17:33:44 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.7.2 https://i2.wp.com/paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2017/02/cropped-Wallet_512x512.jpg?fit=32%2C32 Paymentandbanking.com http://paymentandbanking.com 32 32 FinTech Podcast #90 http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-90-fincompare-und-blackbill-im-gespraech/ http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-90-fincompare-und-blackbill-im-gespraech/#respond Wed, 22 Feb 2017 14:20:34 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=8261 FinTech Podcast #90 – FinCompare und Blackbill im Gespräch Diese Woche im Podcast ein Gespräch über Factoring und SMB-Lending mit zwei Experten aus der Berliner Fintech Community – Stephan Heller von FinCompare und Daniel Schlotter von Blackbill haben sich mit Kilian und André über die Unternehmen und das Thema allgemein unterhalten. Leider war Kilian wegen…

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FinTech Podcast #90 – FinCompare und Blackbill im Gespräch

Diese Woche im Podcast ein Gespräch über Factoring und SMB-Lending mit zwei Experten aus der Berliner Fintech Community – Stephan Heller von FinCompare und Daniel Schlotter von Blackbill haben sich mit Kilian und André über die Unternehmen und das Thema allgemein unterhalten.

Leider war Kilian wegen schlechten Tons recht leise 🙂

FinTech Podcast #90 mit FinCompare und Blackbill im Gespräch

Blackbill

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Wie Banking Banken neu definiert – Banking ist Alltag, Banken sind es nicht! http://paymentandbanking.com/wie-banking-banken-neu-definiert-banking-ist-alltag-banken-sind-es-nicht/ http://paymentandbanking.com/wie-banking-banken-neu-definiert-banking-ist-alltag-banken-sind-es-nicht/#comments Wed, 22 Feb 2017 08:52:50 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=8231 Vorige Woche hielt André Bajorat, Geschäftsführer von figo, im Rahmen der Handelsblatt Tagung Privat­kunden­geschäft den Vortrag „Wie Banking Banken neu definiert –  Banking ist Alltag, Banken sind es nicht!“ zur Entwicklung des Banking. Unmittelbar nach den Größen der Industrie – sprach er als erste Nicht-Bank. Hier nun die Kernthesen des Vortags mit spannenden Zusatzinformationen, die nicht im Vortrag…

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Vorige Woche hielt André Bajorat, Geschäftsführer von figo, im Rahmen der Handelsblatt Tagung Privat­kunden­geschäft den Vortrag „Wie Banking Banken neu definiert –  Banking ist Alltag, Banken sind es nicht!“ zur Entwicklung des Banking. Unmittelbar nach den Größen der Industrie – sprach er als erste Nicht-Bank. Hier nun die Kernthesen des Vortags mit spannenden Zusatzinformationen, die nicht im Vortrag enthalten sein konnten.

Neun Thesen zum Banking der Zukunft

  1. Die technische Evolution ist eine Geschichte der Demokratisierung von Exklusivem für die Masse! Dies kommt nun auch bei Banken an und führt dazu, dass immer mehr – bisher exklusive – Produkte bei der Masse ankommen. Angebote, die beispielsweise früher ausschließlich im Rahmen vom Wealth Management zur Verfügung standen, sind nun für alle Kunden zugänglich.
  2. Viele Eintrittsbarrieren in ein komplexes Thema (Bank) sind verschwunden – Technik ist bezahlbar und Basistechnologien stehen bereit, die zudem von den Nutzern angenommen werden.
  3. Die Tech-Welt und Rahmenbedingungen haben sich dramatisch verändert, Open-Source, Cloud und APIs machen vieles möglich und Kunden erwarten perfekte Lösungen mit überragender User-Experience.
  4. Mit PSD2 erreicht ein unerwarteter Katalysator die Finanzwirtschaft.
  5. Die Bank wird damit erstmals vom Banking entkoppelt.
  6. Bank kennt keine nationalen Grenzen mehr.
  7. Banking findet in einer PSD2-Welt nicht mehr zwingend bei der Bank statt.
  8. Der Kunde entscheidet über den richtigen Ort und vor allem den passenden Kontext für die Nutzung seiner Finanzen. Die Bank kann dies nicht mehr “verhindern”.
  9. Banking wird – wie es im Payment schon erfolgte – Teil eines Prozesses, verschwindet im Use-Case und wird auf diese Weise unsichtbar.

Worum geht es daher für die Bank der Zukunft ?

  1. Das digitale finanzielle Zuhause für den Kunden zu werden.
  2. Auch in der vernetzen, digitalen Welt werden Nutzer nach zentralen Orten suchen, die ihnen smart zur Seite stehen. Da es sich beim Banking um ein alltagsrelevantes Thema für jedermann handelt, hat Banking das Potenzial, auch von den großen Alltagsbegleitern der digitalen Plattform-Welt – den GAFAs – aufgenommen zu werden.
  3. Dies nicht notwendigerweise als Bank, aber als Banking-Anbieter. Daher wird es für die Banken, die auch künftig Touchpoints zum Kunden haben wollen, darauf ankommen, mit der Qualität und den Gedanken dieser globalen Dienste mitzuhalten. Mittelmäßigkeit und halbgute Angebote werden Kunden nicht mehr lange akzeptieren. In einem sehr austauschbaren Produktumfeld wird die User-Experience, die Aggregationsfähigkeit und in Grenzen die Brand für den Kunden entscheidend sein.
  4. Die Bank im richtigen Kontext für den Kunden “stattfinden zu lassen”.
  5. Banking im “Silo” der Bank wird immer unwichtiger – so wie wir zu Beginn unsere Bankkarten nur bei unserer Hausbank nutzen konnten und diese nun weltweit einsetzen können, wird sich Banking von der Bank lösen.
  6. Schlaue Banken werden dafür sorgen und dabei helfen, dass Banking ein Alltagsbegleiter in den für den Kunden relevanten Diensten sein wird. Ob beim Einkaufen, der Buchhaltung, der Identifizierung, beim Sparen oder in unzähligen anderen Use-Cases.
  7. Die Bank “accessible” zu machen, um relevant zu bleiben.
  8. Das oben bereits erwähnte Bankensilo wird keine Zukunft haben – vielmehr muss die Bank als Softwareunternehmen “accessible” – also anbindbar sowie vernetzbar sein müssen. Dies ist neu für viele Banken und Banker und hat nicht nur technische Folgen – APIs bauen können fast alle – insbesondere erfordert es jedoch ein anderes Denken: ein Handeln auf Augenhöhe mit neuen Partnern und das Bewusstsein dafür zu haben, als Infrastrukturanbieter hilfreich für Partner sein zu müssen.
  9. Aus der vertikalen Produktdenke in ein horizontales User-Erlebnis zu gelangen.
  10. Die meisten Produkte und Dienste in Banken sind heute in vertikalen Säulen erdacht und werden auch so an Kunden gegeben. Ein einheitliches Erlebnis für den Kunden, der nicht vertikal, sondern horizontal über alle seine verschiedenen Produkte denkt, ist daher nicht wirklich vorhanden.
  11. Ein Beispiel: In den meisten Banken sind beispielsweise das Online-Banking, die Webseite, das Girokonto, die Kreditkarte und die Mobile-App verschiedene Produkte, die oft in unterschiedlichen Einheiten verantwortet werden. Eine durchgängige User-Experience für den typischen Kunden, der alle diese Dienste und Produkte bei einer Bank nutzt, ist bisher die große Ausnahme.
Banking-Hype-Cycle IT-Fianzmagazin
Quelle: figo

Was braucht es dafür auf Seiten der Bank – vor allem ein anderes Mindset

  1. Software und Daten als echte Werte verstehen, die im Sinne der User genutzt werden.
  2. Die gern gehörten Ausreden “Das wollen unsere Kunden nicht.” oder “Das dürfen wir nicht.” müssen ein Ende haben. Der vorhandene Datenschatz gehört im Sinne des Kundennutzens und unter Einhaltung der Datensouveränität beim Kunden gehoben.
  3. Neue Fähigkeiten, Offenheit, Flexibilität, Ideen, Speed
  4. Wohl eine der größten Challenges besteht darin, neue Fähigkeiten und damit eine neue Offenheit in die etablierten Banken hineinzubekommen. Das kann auch dadurch gelingen, dass neue Lieferanten ausgesucht werden, welche diese Fähigkeiten mitbringen. Entscheidend ist aber, dass dieser Wandel von der Spitze vorgelebt wird und die Digitalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen von “oben” nicht als Trend oder wieder verschwindener Schnupfen gesehen wird.
  5. Die Künstler unserer Zeit: Developer, Developer, Developer, die Lösungen im Sinne der Nutzer schaffen. Diese Developer für sich zu gewinnen und an sich zu binden, ist eine weitere Challenge für Banken.
  6. Kreativität für neue Geschäftsmodelle und eine Monetarisierung, die komplett anders sein wird, als es Banken heute gewohnt sind: z. B. Freemium oder der User als Teil des Produkts oder Open-Source und weitere, heute noch nicht bekannte Ideen.
  7. Technische Offenheit (APIs) die andere Industrien seit Jahren schon leben, damit gute Lösungen im Sinne der Kunden auch von Dritten geschaffen werden können.

Fazit: Was passiert im Banking durch PSD2 – ein interessanter Vergleich

Tageschau-Twitter Öffnung der Telefon-und Datennetze
Quelle: Twitter/Tageschau20Jahre

Einen sehr guten Vergleich zu den Entwicklungen rund um die PSD2 zog Paymentandbanking – Mitblogger Jochen Siegert (Traxpay):

„Denn vor genau 20 Jahren wurde die weltweite Öffnung der Telefon- & Datennetze beschlossen. Erwartet wurden Preissenkungen & radikale technologische Innovationen.“

Wie drastisch diese Innovationen und die Veränderungen für die etablierten Player geworden sind, hat sich sicher keiner vorstellen können.

 

Original erschienen im IT-Finanzmagazin

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Barzahlen vs. Bargeldloses Zahlen http://paymentandbanking.com/barzahlen-vs-bargeldloses-zahlen/ http://paymentandbanking.com/barzahlen-vs-bargeldloses-zahlen/#comments Tue, 21 Feb 2017 08:30:47 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=8097 Der Umgang mit Geld ändert sich kontinuierlich. In den letzten zehn Jahren hat sich das weltweite Zahlungsverhalten viel schneller verändert als in den letzten 100 Jahren. Allerdings entwickeln sich Tendenzen unterschiedlich und hängen vom Land, dem Alter des Käufers, und von Art und Ort des Kaufs ab. Welche Zahlungsmethode setzt sich weltweit durch? In einigen…

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Der Umgang mit Geld ändert sich kontinuierlich. In den letzten zehn Jahren hat sich das weltweite Zahlungsverhalten viel schneller verändert als in den letzten 100 Jahren. Allerdings entwickeln sich Tendenzen unterschiedlich und hängen vom Land, dem Alter des Käufers, und von Art und Ort des Kaufs ab.

Welche Zahlungsmethode setzt sich weltweit durch?

In einigen Teilen der Welt gehören digitale Zahlungsmethoden bereits zur täglichen Routine: Mobile Zahlungen in Schweden sind so einfach geworden wie das Senden einer Nachricht und sogar Kirchenspenden werden über mobile Geräte gemacht. Im Gegensatz dazu besitzen in anderen Ländern nur wenige Menschen Kreditkarten, und die Mehrheit der Bevölkerung bezahlt in Bar. Wie sehen also die Trends für digitale Zahlungen weltweit aus? Ist es möglich, dass Papiergeld und Münzen zukünftig aus unseren Geldbeuteln verschwinden? Wir haben für Sie einige aufschlussreiche Fakten über die Welt auf dem Weg zu einer bargeldlosen Gesellschaft zusammengetragen.

Bargeldloses Zahlen - eine nicht mehr wegzudenkende Innovation. Das Barzahlen hat ausgedient

Es scheint, als hätten wir bereits begonnen, uns vom Bargeld abzuwenden: laut Euromonitor International wurde im Jahr 2016 mehr digital bezahlt als in Bar. In Singapur, den Niederlanden, Frankreich, Kanada und Schweden, alles sowohl technologisch als auch wirtschaftlich leistungsstarke Länder, stieg das Niveau des digitalen Zahlungsverkehrs auf mehr als 60 Prozent und erreichte damit den bisher höchsten Punkt. Diese Länder nutzen die Vorteile der Kartenzahlung in vollem Umfang: man kann für alle Bestellungen online bezahlen, ohne das eigene Haus zu verlassen. Warum zum Geldautomat gehen, wenn auch man fast überall vor Ort digital bezahlen kann? Auch einige lokale Banken sehen Bargeld als Belastung an und unterstützen stark die Kartenzahlungen. Die Produktion, Lagerung, Versicherung und der Transport von Papiergeld und Münzen werden als zusätzliche Ausgaben empfunden.

Dennoch wird der Bargeldbedarf nicht in naher Zukunft verschwinden: auch die führenden Tech-Länder halten noch fest daran. Papiergeld bleibt nach wie vor weitestgehend für kleinere Zahlungen im Gebrauch, zum Beispiel Zigaretten, Geld leihen oder der Einkauf in den Lebensmittelgeschäften.

Schweden: Anführer auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft

Als ein Land mit hoher technologischer Affinität, positioniert sich Schweden als Experte für bargeldloses Leben. Im Durchschnitt zahlt jede Person in Schweden 207 Mal jährlich mit einer Karte. Im Vergleich dazu wird die Zahl in Frankreich auf 142 geschätzt. Das schwedische Zahlungssystem ist so konstruiert, dass Bargeld leicht vermieden und das Papiergeld in der Geldbörse vergessen werden kann. Egal, ob Sie mit dem Bus fahren oder frische Früchte von Straßenverkäufern genießen möchten – in Schweden kann man alles per Karte oder dem Handy bezahlen.

Gehören zum alten Eisen - Schwedische Münzen. Barzahlen früher

Bargeld scheint auch nicht mehr willkommen: Stockholms Metro hat aufgehört Papierscheine oder Münzen anzunehmen, sodass die Metrokarte nur noch elektronisch bezahlt werden kann. Darüber hinaus haben viele kleine Geschäfte eine gesetzliche Genehmigung erlangt, um kein Bargeld mehr akzeptieren zu dürfen. Nur ein Fünftel der Einkäufe in schwedischen Geschäften wird in Bar bezahlt. Auch traditionelle Institutionen wie Kirchen werden bei einem Besuch wahrscheinlich kein Papiergeld akzeptieren. Der Guardian berichtete, dass in einer der Kirchen in Stockholm nur 15 Prozent der Spenden im letzten Jahr in bar bezahlt wurden. Noch spannender ist die Tatsache, dass die meisten Spenden nicht mit einer Kreditkarte gemacht wurden, sondern mithilfe einer mobilen App namens Swish. Die App ermöglicht Zahlungen durch das Anschließen eines Bankkontos an die Handynummer. Swish-Transaktionen funktionieren genau so schnell wie das Bezahlen mit Bargeld. Die App bearbeitet zurzeit rund 9 Millionen Zahlungen pro Monat und ist zum Favoriten für Peer-to-Peer-Zahlung geworden.

Die schwedische bargeldlose Kultur geht noch ein Stück weiter: Einen nahgelegenen Geldautomaten zu finden ist zu einer fast unmöglichen Aufgabe geworden. Sogar wenn Sie das Glück haben einen zu entdecken, ist dieser meist mit einer Schicht Staub überzogen: 900 von 1.600 schwedischen Bankfilialen halten kein Bargeld bereit und einige von ihnen haben bereits keine Geldautomaten mehr.

Schweden ist ein glänzendes Beispiel für eine bargeldlose Zukunft. Es gibt nur wenige Gründe, warum Bargeld in Schweden nicht vollständig verschwindet. Erstens, die ältere Generation nutzt immer noch Münzen und Papiergeld. Zweitens, komplett auf digitale Zahlungsarten umzusteigen wäre ein großer Schritt, der eine ganze Reihe von Entscheidungen und Maßnahmen seitens der Regierung beinhaltet.

Rennt Deutschland hinterher?

Anfang 2017 werden 53 Prozent der Transaktionen in Deutschland immer noch mit Bargeld durchgeführt. Es gibt allerdings einige Erklärungen, warum Deutschland, eines der wirtschaftlich am weitesten entwickelten Länder weltweit, Bargeld den anderen Zahlungsmethoden vorzieht.

Papier als Bargeld- Hat der Geldschein ausgedient? Barzahlen mit Papier

Der Hauptgrund kann im Verhalten der Händler liegen. Die Wahrscheinlichkeit ist minimal, dass Sie bei einer deutschen Bäckerei Ihren Morgenkaffee mit nichts als einer Karte im Geldbeutel bekommen. Daher müssen auch diejenigen, die Kartenzahlungen bevorzugen, etwas Bargeld dabei haben – nur für den Fall.

Die soziodemographische Situation kann ein weiterer Auslöser für die Bargeldpräferenz in Deutschland sein. Die Zahl der älteren Menschen in Deutschland überwiegt und da ältere Menschen an alten Zahlungsgewohnheiten gerne festhalten, kann dies ein Einflussfaktor sein.

Die Deutsche Bundesbank hält auch die Kultur für einen wichtigen Faktor: Laut ihrer Studie erfreuen sich die Deutschen viel mehr an der Bargeldnutzung als Menschen aus anderen europäische Ländern. Die deutsche Kultur hinterlässt also auch ihre Spuren, wenn es um digitale Zahlungsmethoden geht. Ganz getreu dem Hang zu Traditionen und Gewohnheiten, nutzen die Deutschen lieber eine bekannte Zahlungsmethode als innovative neue Methoden. So wird zum Beispiel von 39,9 Prozent der Bevölkerung der Kauf auf Rechnung genutzt, was die Verwendung von Paypal (30,9 Prozent) übertrifft, einem wichtigen Akteur auf dem deutschen Zahlungsmarkt.

Die Vorliebe für gewohnte Zahlungsmethoden beeinflusst auch das digitale Einkaufsverhalten. 24 Prozent der Deutschen brechen den Zahlungsvorgang ab, wenn der Online-Shop ihre bevorzugte Zahlungsart nicht anbietet. Das kann für viele Payment Service Provider ein großes Problem sein: mit ihrem begrenzten Portfolio an Zahlungsmethoden können Online-Händler nicht die Wünsche aller Endkunden abdecken.

Nigeria: Digitale Zahlungsaussichten für Schwellenländer

In der Untersuchung über den Prozentsatz der bargeldlosen Transaktionen pro Land von MasterCard ist Nigeria auf dem ersten Platz, allerdings vom Ende der Liste aus. Die Verwendung von digitalen Zahlungsmethoden ist in Nigeria immer noch sehr gering. Die Situation wird durch mehrere sozioökonomische Faktoren geprägt: ein hohes Risiko von Kartenbetrug, ein geringes Vertrauen in das Bankensystem sowie ein Mangel an Bildung und allgemeine Unkenntnis von elektronischen Zahlungsprozessen in der Bevölkerung.

Digitale Zahlungsaussichten für Schwellenländer

In letzter Zeit hat das Wachstum der digitalen Zahlungsmethoden in Nigeria fast die Geschwindigkeit von Schweden erreicht (12% bis 13%). Und obwohl die Kreditkartennutzung dort noch immer in der Entwicklungsphase ist, hat sie schon das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2012 um 0,05% erhöht. Die positive Tendenz steigt auch weiterhin: während im Jahr 2012 die Zahl der Kreditkarten in Nigeria auf 729.000 geschätzt wurde, wird für das Jahr 2018 eine Zahl von 81,4 Mio. erwartet. Zweifellos wird dies die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Nigeria positiv beeinflussen.

Auf globaler Ebene ist Bargeld weiterhin die bevorzugte Zahlungsmethode und wird für 85 Prozent aller Transaktionen weltweit verwendet. Obwohl die Welt zunehmend bargeldlose Zahlungen nutzt, wird Bargeld wahrscheinlich nicht komplett verschwinden.

Dennoch hat jedes Land seine eigenen digitalen Zahlungstrends. Die Payment-Weltkarte von optile zeigt, wie die Präferenzen für Zahlungsmethoden auf der ganzen Welt verteilt sind. So können Online-Händler verschiedene Zahlungspräferenzen leicht erkunden und auch sehen, welche Zahlungsmethoden in ihrer spezifischen Branche länderspezifisch verwendet werden. Dies ermöglicht Händlern die besten Zahlungsmethoden für den jeweiligen Markt auszuwählen und dort die eigenen Umsätze zu erhöhen.

Text:  optile GmbH https://www.optile.net/ 

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Digitales Bezahlen 2020 – FinTech-Kommentar von Jochen Siegert zur BdB-Studie http://paymentandbanking.com/kommentar-digitales-bezahlen-in-2020/ http://paymentandbanking.com/kommentar-digitales-bezahlen-in-2020/#comments Sat, 18 Feb 2017 20:52:03 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=8165 Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat letzte Woche zusammen mit A.T. Kearney eine Studie vorgelegt zum digitalen Bezahlen 2020. Viele Punkte darin sind richtig dargestellt, wichtige Eckpunkte fehlen dagegen komplett und manches ist (zu) sehr politisch geprägt. Da fehlt also doch was… also muss ein Kommentar her! Generell unterliegen Zukunftsvorhersagen dem Problem, dass die Entwicklungen in den…

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Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat letzte Woche zusammen mit A.T. Kearney eine Studie vorgelegt zum digitalen Bezahlen 2020. Viele Punkte darin sind richtig dargestellt, wichtige Eckpunkte fehlen dagegen komplett und manches ist (zu) sehr politisch geprägt. Da fehlt also doch was… also muss ein Kommentar her!

Generell unterliegen Zukunftsvorhersagen dem Problem, dass die Entwicklungen in den kommenden 5 Jahren oft überschätzt, und in einem Zeitraum von 10 Jahren komplett unterschätzt werden. Man denke nur an die Einführung des iPhone vor 10 Jahren und Kommentare der Führungskräfte von Microsoft, Blackberry und Nokia und den heutigen Marktrealitäten.

„Viele Punkte und Entwicklungen im Papier sind gut zusammengefasst. Es fehlen aber wesentliche prägende Entwicklungsstränge, die jetzt bereits empirisch nachweisbar und somit in 2020 absehbar relevant sind.“

Ferner ist das Papier (einmal mehr) Inside-Out aus einer reinen Sicht der Kreditwirtschaft geschrieben und nicht Outside-In aus Sicht des Marktes. Was fehlt also in der Studie als klare Trends und Entwicklungen bis 2020?

Trend 1: Mobile wird immer wichtiger

Die Studie spricht durchgehend von eCommerce. Obwohl Handel und Kunde bereits de-facto nicht mehr am stationären Rechner einkaufen und bezahlen, sondern dies auch in Deutschland überwiegend mobil durchführen. Wenn größere Online-Händler bereits heute 60-70% ihrer Umsätze mobil abwickeln kann man eigentlich schon lange nicht mehr von eCommerce, sondern vielmehr von mCommerce sprechen. Die Studie vernachlässigt völlig, dass die Kreditwirschaft, anders als ihre Endkunden, auch im Jahr 2017 noch immer nicht mobile first denkt und handelt.

„Konsequenz: Zahlverfahren die nicht mobil optimiert sind, werden bis 2020 obsolet sein, da Handel und Kunde sich längst auf die bequeme mobil-optimierte Zahlung eingestellt haben.“

Auf eine rhetorische Spitze, dass “Mobile” in der Studie dagegen oft nur mit zukünftigem stationären & P2P Payment gleichgesetzt wird, verzichte ich an dieser Stelle mit dem Verweis auf die heutigen Marktrealitäten und Zahlen oben.

Trend 2: “Plattformisierung”

Der Handel (und somit der Zahlungsverkehr) entwickelt sich seit Jahren zulasten des stationären Handels in Richtung Onlinehandel. Es gibt bereits “Todeslisten” von stationären Händlern, die der Online-Konkurrenz nichts mehr entgegenzusetzen haben. Entsprechend wechseln Paymentvolumen vom stationären- in den Online-Handel wo ganz andere, oftmals nicht-kreditwirtschaftliche, Zahlungsanbieter führend sind. Im Online-Handel gibt es eine klare Entwicklung zugunsten einiger weniger Online-Händler. Wie die EHI Top100 Online-Versandhändler-Umsatzliste zeigt, sind die Marktanteile im Online-Versandhandel, gemessen am Umsatz, stark verteilt. Amazon als “größter” einzelner Händler (ohne sein Marktplatzgeschäft) ist beim Umsatz mehr als doppelt so groß wie Nr 2 Otto und Nr 3 Zalando zusammen und nur die größten drei Händler schaffen überhaupt mehr als EUR 1 Mrd Handelsumsatz pro Jahr. Der viertgrößte Anbieter Notebooksbilliger kommt nur noch auf knapp 1/10 des Umsatzes von Amazon. Diese Schere beim Umsatzwachstum geht seit Jahren immer weiter auf, wie die Grafik der Umsatzentwicklung seit 2009 zeigt.

Entwicklung zugunsten einiger weniger führender Plattformen ist nicht auf den reinen Online-Handel beschränkt: Starke Netzwerkeffekte erkennt man auch bei vielen anderen dominierenden Plattformen wie Hotelbuchung, Sharing-Economy, Smartphone-Betriebssysteme, App-Stores, Facebook, Messaging-Plattformen etc.

Amazon lässt Otto und Zalando weiter hinter sich Quelle: IHF Köln
Amazon lässt Otto und Zalando weiter hinter sich

Die Konsequenz aus dieser Entwicklung ist für kleine und vor allem lokale Zahlungsanbieter z.T. verheerend. Das eigentliche relevante adressierbare Wachstum im Zahlungsvolumen liegt bei einigen wenigen Plattformen die oft direkte, eigene Payment-Integrationen haben. Kleinere Nischen-Anbieter wachsen dann noch mit dem unbedeutenderen “Long-Tail” und verlieren damit systematisch weitere Marktanteile. Die Hürde der kritischen Masse wird noch schwerer zu überwinden. Gleiches gilt, sogar noch verstärkt, für PSPs, Acquirer und Dienstleister rund um den Zahlungsverkehr wie man z.B. an dem atemberaubenden Entwicklungen von PSPs erkennen, die sich auf die Verarbeitung von Payment-Transaktionen für die großen Plattformen spezialisiert haben, beispielsweise der niederländische PSP Adyen oder dem kalifornischen Unternehmen Stripe.Ich möchte an dieser Stelle auch der BdB Behauptung stark widersprechen, dass durch die Plattformisierung das Wahlrecht des Kunden zu Zahlmethoden eingeschränkt sei, weil die Zahlverfahren dem Kunden “vorgeschrieben” würden. Sowohl bei Amazon als auch eBay, die in der Studie explizit erwähnt werden, können Kunden mit sämtlichen relevanten Zahlverfahren bezahlen.

„Es ist auch ureigenes Interesse des Händlers alle wirklich relevanten Zahlverfahren anzubieten und sich immer nach dem Kunden zu richten, da es sonst zu Kaufabbrüchen und somit Umsatzverlusten kommt.“

Vielmehr scheint die Forderung in dem BdB Papier eher dem Fahrplan einer zukünftigen Lobbyingstrategie und nicht den Kundeninteressen, sondern eigenen Interessen als Anbieter von Zahlverfahren zu folgen, z.B. das eher schwerfällig anlaufende eigene Banken-Zahlverfahren Paydirekt über den Hebel einer angeblichen Diskriminierung in die Wachstumsplattformen “einzuklagen” statt genau dies über marktwirtschaftliche Methoden zu erreichen. Aus marktwirtschaftlicher Sicht hat sich bislang jedes Zahlverfahren durchgesetzt, welches signifikante Vorteile für Handel und Kunde stiftet und dabei sollte es auch bleiben!

Trend 3: Voice

Auch wenn Amazon in Deutschland erst letzte Woche für den digitalen Assistenten Alexa bzw die Echo-Endgeräte die geschlossene Testphase beendet hat und jeder diese Geräte erwerben kann, bleibt zu erwarten, dass sich diese Endgeräte ebenso schnell verbreiten wie in den USA. Dort waren diese im vergangenen Weihnachtsgeschäft seit November auf Platz 1 der meistverkauften Produkte bei Amazon. Google hat mit Google Home bereits ein gleiches Modell im Markt und Apple arbeitet gerüchteweise auch einem Produkt was durch die Anmeldung eines neuen drahtlosen unbekannten Devices bei der US Federal Communication Commission noch befeuert wird.

„Die ‚Magie‘ dieser Voice-Assistenten ist schwer zu beschreiben und man muss sie erst selbst ‚erleben‘.“

Nach wenigen Tagen konnte ich mir (wie damals beim Smartphone) kaum noch vorstellen, wie man vorher “ohne” leben konnte. Oft merke ich erst unterwegs, dass ich für einfache Tätigkeiten zu Hause plötzlich keinen Screen mehr nutze und einfach einen Sprachbefehl gebe während dies z.B. unterwegs im Hotelzimmer noch nötig ist.

Amazon Echo Verkäufe weltweit Quelle: Consumer Intelligence Research Partners, Statista, Amazon
Amazon Echo Verkäufe weltweit

 

Für den Zahlungsverkehr hat diese Entwicklung eine extrem große Relevanz, auch im Jahr 2020. Die Nutzer dieser Endgeräte sind die eher zahlungskräftigeren Kunden von Amazon, die auch signifikant mehr bestellen und eine sehr hohe Loyalität haben. Dieser neue Zusatzkanal verstärkt noch die unter 2) dargestellten Entwicklungen und stellt eine noch größere Herausforderung für die meisten Zahlverfahren dar, da ein Screen zur Eingabe von Zahlungsdaten, Authentifizierung und ähnlichem komplett fehlt. Gleiches gilt für das Google- und Apple Ökosystem wenn diese wirklich in den Markt einsteigen.

Trend 4: APIs und Payment verschwindet im Hintergrund

Anders als in der Studie dargestellt, werden die größten Potentiale der PSD2 sich bis 2020 m.E. nicht im stationären Handel / Bargeld entwickeln, auch nicht im Kontext Instant Payment wie behauptet. Hier sind viel zu viele Fragestellungen, Prozesse und Standards in den Kassensystemen und Interaktion zwischen Bank, Kunde und Handel noch offen und ungeklärt. Die Settlementzeit von 10 Sekunden bei Instant Payment ist deutlich zu lange um Relevanz beim stationären Handel und Kunde bis 2020 zu erreichen um überhaupt messbar Marktanteile des Bargeldeinsatzes zu minimieren. Wieviele Millisekunden dauert im Vergleich dazu die Übergabe eines Geldscheins?

„Die PSD2 sorgt jedoch durchaus für einen revolutionären Durchbruch! Die Bank wird vom Banking entkoppelt und der Kunde, statt seiner Bank, entscheidet zukünftig in welchem Kontext er wie Banking nutzen möchte.“

Er und nicht mehr die Bank wird der Souverän über seine Kontodaten. Die Bank muss sich auf die Einsatzumgebung des Kunden einstellen und nicht der Kunde auf die vorgegebenen Produkte und Prozesse der Bank. Fintech-StartUps geben uns heute längst einen Vorgeschmack auf die vielen Ansätze die noch alle kommen werden. Fintechs zeigen schon heute mannigfaltige neue Use-Cases über den Banking-API-Zugang des Anbieter Figo mit Zugriff auf die Daten in den Bankensystemen: Kontowechselservices, Identifikation, Scoring, Rechnungs-Scan für vorausgefüllte Überweisung, Multibanking-Übersichten, Clusterting von Transaktionen im PFM-Tool und Zuordnung von Zahlungen und vieles vieles mehr.

APIs bedeuten im Payment-Kontext aber auch eine viel tiefere Integration von Payment-Services in Drittsysteme und Plattformen wie unter 2) beschrieben. PayPal und N26 und co sind in Siri im iPhone integriert und ermöglichen längst bei uns in Deutschland eine Zahlung mit einem einzigen Satz “Siri zahle 25 EUR mit Paypal an Nicole fürs Taxi”. PayPal bietet via Chatbot-Integration die Zahlung über den Chat-Kollaborationsservice Slack. Ähnliche Beispiele werden wir bis 2020 in einer Vielzahl von Kontexten, Plattformen und Anwendungen sehen. Das Frontend im Zahlungsverkehr wird dann überwiegend von Dritten übernommen und damit meine ich nicht Intermediäre wie Paypal die sich bislang in die Schnittstelle zwischen Kunde und Bank drängten, sondern vielmehr übernimmt der Zahlungsempfänger oder eine Plattform das Frontend komplett. Wer weiss noch welche Karte genau bei Car-Sharing-Anbietern in Berlin hinterlegt ist? Man verlässt das Auto und hat bezahlt. Bei Uber, Amazon Go, Starbucks App und co wird der Zahlprozess so tief in den Kaufprozess eingebaut, dass man vom eigentlichen Zahlungsprozess auch gar nicht mehr “belästigt” wird.

Das Fazit – da fehlt doch etwas …

Die Studie “vergisst” wesentliche Teile der Entwicklung des Zahlungsverkehrs die längst im Alltag der Kunden in Deutschland angekommen sind. Sie liest sich ferner nach einem Strategiepapier mit dem festen Wunsch dass die Kreditwirtschaft auch 2020 weiter eine zentrale Rolle im Frontend des Zahlungsverkehrs der Privatkunden spielen will. Dies sollte auch das unbedingte Ziel der Kreditwirtschaft sein! Es muss jedoch die Frage erlaubt sein, wie sie auf die eigentlichen Herausforderungen mit ihrem Produktangebot reagieren möchte, wenn relevante strategische Aspekte für die Entwicklung bis 2020 offenbar ausgeklammert werden?

 

Im Original erschienen im IT-Finanzmagazin

 

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FinTech Podcast #89 – MPE2017 http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-89-mpe2017/ http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-89-mpe2017/#respond Sat, 18 Feb 2017 20:15:47 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=8160 Diese Woche fand in Berlin zum 10. Mal die Merchant Payment Ecosystem Konferenz statt, kurz MPE2017. Miriam, Kilian und Jochen waren vor Ort, sprachen auf der Konferenz und wollen in dem Podcast die aktuellen Trends besprechen die die Paymentbranche auf dem Klassentreffen beschäftigt hatten. Darüber sprachen wir: Minute 5:00 APP-isierung der Terminals Minute 13:00 Frictionless…

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Diese Woche fand in Berlin zum 10. Mal die Merchant Payment Ecosystem Konferenz statt, kurz MPE2017.

Miriam, Kilian und Jochen waren vor Ort, sprachen auf der Konferenz und wollen in dem Podcast die aktuellen Trends besprechen die die Paymentbranche auf dem Klassentreffen beschäftigt hatten.

Darüber sprachen wir:

Minute 5:00 APP-isierung der Terminals

Minute 13:00 Frictionless Payments

Minute 22:00 Nischenlösungen im Payment

Minute 25:00 Blockchain

Minute 30:00 diverses

Minute 38:00 News der Woche

 

 

 

FinTech-News der Woche

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Wo bleibt die Standardlösung für eine digitale Personenidentifizierung? http://paymentandbanking.com/wo-bleibt-die-standardloesung-fuer-eine-digitale-personenidentifizierung/ http://paymentandbanking.com/wo-bleibt-die-standardloesung-fuer-eine-digitale-personenidentifizierung/#respond Thu, 09 Feb 2017 07:00:50 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7812 Der folgende Beitrag entstand in der Zusammenarbeit von Kilian Thalhammer und Robin Dechant. Robin ist Associate bei Point Nine Capital – einem Early Stage VC mit Fokus auf SaaS and Marktplätze. Er ist der festen Überzeugung, dass gerade dieses Jahr eine neue Welle von Mobile SaaS Produkten den Markt erobern werden – darunter eine Lösung für die digitale Personenidentifizierung.…

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Der folgende Beitrag entstand in der Zusammenarbeit von Kilian Thalhammer und Robin Dechant. Robin ist Associate bei Point Nine Capital – einem Early Stage VC mit Fokus auf SaaS and Marktplätze. Er ist der festen Überzeugung, dass gerade dieses Jahr eine neue Welle von Mobile SaaS Produkten den Markt erobern werden – darunter eine Lösung für die digitale Personenidentifizierung.

Eigentlich ist es so ein bisschen wie mit dem Mobile Payment – wir warten schon seit Jahren auf eine Standardlösung, es gibt immer wieder einige Startups, die mit neuen Lösungen auf den Markt kommen, aber bisher hat sich noch kein digitales Identifizierungsverfahren mit Hilfe des Smartphones in der Masse durchgesetzt.

Der Bedarf für eine sichere und kundenfreundliche Personenidentifizierung ist groß

Die Notwendigkeit von digitalen Lösungen für die Personenidentifizierung für Unternehmen resultiert aus mehreren Gründen. Natürlich gibt es in erster Linie im Finanzbereich eine Reihe von regulatorischen Bedingungen, die FinTechs erfüllen müssen und bei denen die Personenidentifizierung eine große Rolle spielt. Darüber hinaus haben Unternehmen aber auch selbst ein Interesse Ihre Kunden zu kennen und zu verifizieren, zum Beispiel aufgrund von:

  • Risiko (KYC): in Industrien mit überdurchschnittlich hohem Betrug und in Kombination mit hohen Warenkörben, zum Beispiel Online-Marktplätze für Versteigerungen oder in der Sharing Economy
  • Zugangsbeschränkungen: für die Altersverifikation von bestimmten Artikeln, wie zum Beispiel im Gaming oder für E-Zigaretten
  • Marketinggründe: bei Online-Marktplätzen, wenn der Kunde zum Beispiel auch gleichzeitig das Produkt ist

Sicherheit ist bei einigen Startups generell ein Thema, das gerne hinten angestellt wird. Von einem technischen Blickwinkel aus, wäre es für viele Startups und insbesondere FinTechs hilfreich, zum Beispiel lediglich eine API anzubinden, so dass sich neue Kunden in Sekundenschnelle über den Drittanbieter identifizieren können.
Jeder Jahr treten neue Startups auf den Markt, die unter Umständen nach jahrelanger technischer Entwicklung mit einer neuen Lösung sehr vielversprechend klingen, jedoch kaum an Adoption gewinnen. Die oftmals mangelnde Anzahl an Test-/Beta-Kunden und Bedenken über die Sicherheit der Software sind Gründe, weshalb Investoren zögern in die entsprechenden Startups zu investieren. Bisher gab es daher vor allem im Smartphone-Bereich noch keinen Durchbruch.
Den allermeisten dürften lediglich Unternehmen wie IDNow oder WebID bekannt sein, die unter anderem für AMEX die Identifizierung bei der Kontoeröffnung/Kreditkartenantrag durchführen. Hier wird vermutlich immer noch ein großer Teil auf dem Desktop durchgeführt. Allerdings hat die Bafin letztes Jahr angekündigt die Regeln für Videoidentifizierungsverfahren verschärfen zu wollen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist diese Verschärfung aufgrund neuer europäischer Richtlinien für die Geldwäsche auf Eis gelegt (Übergangsfrist), trotzdem wird sich hier sicherlich bald etwas ändern.

Aber ganz ehrlich: ist das wirklich besser? Ausweis in die Kamera, dabei 5 mal hin und her drehen und alles noch mal vorlesen und dann noch einen Tan auf das Handy ist nicht wirklich ein „digitaler“ und „easy“ Prozess…. aber ein Schritt in die richtige Richtung.
Weiterhin bekannt könnte auch Jumio sein, die für zum Beispiel für Coinbase den Verifizierungsprozess übernehmen. Dabei gleicht Jumio das Foto des Personalausweises mit einem Selfie ab, die im Ausweis gespeicherten Daten werden jedoch nicht berücksichtigt.
Nicht zu unterschätzen ist – wie man auch am Beispiel von N26 gesehen hat – dass ein einfacher Identifizierungsprozess bei der Kontoeröffnung zu einem wertvollen Feature werden und neue Kunden anziehen kann. Da das Payment allgemein immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird, hat die Personenidentifzierung das Potential einen besseren Zugang zum Kunden zu haben – auch, weil Kunden diesen Prozess eventuell bewusster durchführen als eine Bezahlung.

Die Infrastruktur ist vorhanden

Grundsätzlich ist die Infrastruktur für sichere und neue digitale Lösungen vorhanden. Die Mehrheit der Smartphones besitzt inzwischen NFC, um die RFID Chips und Daten wie Name, Geburtsdatum oder Ausweisnummer aus Ausweisdokumenten wie Personalausweis oder Reisepass auszulesen. In Deutschland sind für den elektronischen Reisepass (ePass) sogar biometrische Daten wie Fingerabdrücke Pflicht, die mit den anderen Passdaten wie zum Beispiel der Ausweisnummer in dem RFID Chip gespeichert werden – für den Personalausweis ist das momentan noch freiwillig. Wirft man einen Blick auf die Weltkarte (in grün) wird deutlich, dass in den meisten Ländern der biometrische Pass bereits eingeführt ist und diese Daten daher ausgelesen werden können.

Da ist es teilweise schon berechtigt die Frage zu stellen, ob man heutzutage wirklich immer noch einer anderen Person zumindest digital gegenüber sitzen muss, um seinen Pass in die Webcam zu halten und zu drehen und wie sicher die aktuellen Lösungen sind, die darauf beruhen?
Woher wird die Lösung kommen?
Theoretisch gibt es viele verschiedene Akteure, die ein Interesse an einer Lösung hätten und diese auch entwickeln könnten. Wir haben versucht hiermit einen Überblick zu geben (kein Anspruch auf Vollständigkeit, Input ist gerne willkommen):

Erwähnenswert ist auch einen Blick auf Blockstack zu werfen. Blockstack bietet unter anderem ein auf der Blockchain basiertes Identitätsmanagement an, bei der der Nutzer entscheidet, welche Daten geteilt werden dürfen. Der Nutzer verwaltet dabei die eigene Identität mit Berechtigungsadministration für verschiedene Dienstleistungen selbst. In der Zukunft wird zum Beispiele über eine Integration mit Estonia Electronic ID Card nachgedacht.

Nach den vielen Sicherheitslücken in den letzten Monaten sind wir auf jeden Fall gespannt, was sich 2017 in diesem Markt tun wird. Für eine länderübergreifende Lösungen stellen allerdings unterschiedliche regulatorische Anforderungen eine große Hürde dar und die Sicherheit der Lösung bzw. Datenschutz sind eine große Herausforderung. Trotzdem sind wir optimistisch, dass es dieses Jahr eine neue Lösungen den Markt aufrütteln wird.

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FinTech Podcast #88 – Zukunft des eCommerce http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-88-zukunft-des-ecommerce/ http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-88-zukunft-des-ecommerce/#respond Fri, 03 Feb 2017 07:46:39 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=8011 Für die Payment-Exchange Konferenz am 26. und 27. Januar 2017 konnten wir 2 hochkarätige Keynote Speaker gewinnen: Arnulf Keese, ehem. PayPal Geschäftsführer und seit kurzem General Partner bei e.ventures und Florian Heinemann Partner von Project A Ventures. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen die beiden Keynotes als Podcast zu veröffentlichen. Arnulf sprach zur Zukunft des…

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Für die Payment-Exchange Konferenz am 26. und 27. Januar 2017 konnten wir 2 hochkarätige Keynote Speaker gewinnen: Arnulf Keese, ehem. PayPal Geschäftsführer und seit kurzem General Partner bei e.ventures und Florian Heinemann Partner von Project A Ventures.

Aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen die beiden Keynotes als Podcast zu veröffentlichen. Arnulf sprach zur Zukunft des Payment und Florian sprach zur Zukunft im eCommerce. In dieser Folge des Podcast die knapp 1stündige Keynote von Florian Heinemann zur Zukunft des eCommerce. 

Payment Exchange Keynote Podcast

 

Florian Heinemann auf der Payment Exchange 2017 in Berlin

 

 

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Interview: Auswirkungen von FinTech auf den Finanzmarkt http://paymentandbanking.com/interview-auswirkungen-von-fintech-auf-den-finanzmarkt/ http://paymentandbanking.com/interview-auswirkungen-von-fintech-auf-den-finanzmarkt/#comments Thu, 02 Feb 2017 07:00:49 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7990 Kürzlich habe ich der dualen Studentin Karina Vida (Finanz Informatik) auf ein paar Fragen geantwortet. Als ich es dann nachher lass, fand ich, es ist etwas für den Blog. Hintergrund der Fragen sind Karinas Masterthesis über den Finanzmarkt und die Auswirkungen von FinTech auf diesen.  Der Einfluß der Digitalisierung auf die Finanzbranche Karina Vida Welchen…

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Kürzlich habe ich der dualen Studentin Karina Vida (Finanz Informatik) auf ein paar Fragen geantwortet. Als ich es dann nachher lass, fand ich, es ist etwas für den Blog. Hintergrund der Fragen sind Karinas Masterthesis über den Finanzmarkt und die Auswirkungen von FinTech auf diesen. 

Der Einfluß der Digitalisierung auf die Finanzbranche

Karina Vida Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Ihren Alltag speziell für Sie? Wie würden Sie das beschreiben?

André Bajorat (Lachen) Also sie ist einfach ein elementarer Bestandteil unseres – meines – Lebens hier in meiner Familie und in unserem Alltag. Angefangen davon, dass wir von einer Sonos, diesen Musiklautsprechern, geweckt werden. Das geht dann weiter, dass wir hier im Haus Tado und natürlich auch die eine oder andere Amazon Alexa haben. Für mich ist Digitalisierung komplett in unserem Alltag und auch mit den Kindern komplett angekommen. Ein fester, integraler Bestandteil eben.

Karina Vida Also auch gar nicht mehr wegzudenken?

André Bajorat Das würde ich jetzt so nicht sagen, so ticke ich nicht. Ich bin nicht so jemand der sagt, es geht gar nicht mehr ohne. Aber es ist natürlich etwas, was im Alltag und wenn wir über Alltag sprechen und nicht darüber, was ich mir alles vorstellen könnte, wenn ich anders leben möchte, dann ist es natürlich etwas, was ein fester Bestandteil geworden ist und auch etwas, was ich nicht schlecht finde. Und ich meine, wir sind da so bilateral eingestellt – gleichzeitig habe ich auch jeden Morgen eine Printzeitung Zuhause liegen, weil ich mich nicht daran gewöhnen kann, auf dem iPad oder dem Kindle Bücher oder Zeitungen zu lesen. Das ist für mich etwas, das ich gerne in der Hand habe und auch lese als Papier. Ich weiß natürlich auch, dass wenn ich das lese und es gedruckt ist, es schon gar nicht mehr aktuell ist – gar keine Frage und natürlich lese ich auch News auf allen digitalen Geräten, aber ich finde am Morgen das Ritual des „Zeitungaufschlagens“ gut.

Andre M. Bajorat

Karina Vida Und wie würden Sie sagen, hat die Digitalisierung – auf das Ganze gedacht – den Markt, die Kunden und die Wertschöpfung verändert, wie hat das dort reingespielt?

André Bajorat Ich glaube, es hat hauptsächlich Dienste und Services verfügbar gemacht. Also Digitalisierung beziehungsweise Innovation, sind ja in der Regel etwas, was eine gewisse Zeit lang nur einer exklusiven Gruppe zur Verfügung gestellt wird und dann für uns alle zugänglich – quasi demokratisiert wird. So kann man eigentlich jede Innovation betrachten. Wenn man sich anschaut, wie viele Menschen zu Beginn Auto fahren konnten, dann waren das wenige Privilegierte. Wie viele Leute am Anfang Eisenbahn fahren konnten, wie viele Leute am Anfang fliegen konnten: überall das Gleiche. Und wie viele Leute am Anfang beispielsweise irgendwann exklusive Musik hören konnten. Und Digitalisierung hat dazu geführt, dass wir Dienste, Services, Leistungen global in Teilen nutzen können, die bis dahin halt nur wenigen Leuten zugänglich waren und das ist glaube ich etwas, was man, wenn wir es auf den Finanzdienstleistungssektor übertragen und ebenfalls als Folge der Digitalisierung sehen kann. Heute kann man Dinge, die eigentlich auch im Finanzdienstleistungsumfeld möglicherweise nur exklusiven Kundengruppen vorbehalten waren, plötzlich der breiten Masse zur Verfügung stellen und gleichzeitig werden damit auch die Erwartungen der breiten Masse an die Services ganz andere. Aber grundsätzlich sind nun plötzlich auch Asset-Klassen im Finanzdienstleistungsumfeld verfügbar, die halt bis zu einem gewissen Zeitpunkt nur exklusiven Leuten zur Verfügung gestanden haben. Und das ist nun technisch einfach plötzlich möglich.

Der Benchmark ist nach oben getrieben worden und das verändert gerade die Finanzdienstleister.

Ich hab gestern zufälligerweise das Buch Silicon Germany von Christoph Keese als Hörbuch gehört und das fand ich auch so augenscheinlich, weil er darstellt, dass Leute – also die breite Masse – plötzlich in der digitalen Welt angekommen sind, weil sie von den großen globalen Ökosystemen sehr, sehr gute Apps, sehr, sehr gute Services angeboten bekommen, nun erwarten, dass sie auch von jedem kleinen Player, der sich plötzlich in dem gleichen Teich tummelt und eine App oder ein digitales Produkt rausbringt, eine ähnlich gute Leistung und einen ähnlich guten Service abliefert. Der Benchmark ist nach oben getrieben worden und das verändert gerade die Finanzdienstleister. Wenn ich mir beispielsweise die App – und jetzt will ich hier kein Bashing gegen die Sparkassen-Finanzgruppe betreiben, weil ich auch lang genug Teil der S-Finanzgruppe war – aber wenn ich mir die App angucke, dann ist das fast zum Weinen. Die sehen aus wie vor zehn Jahren, auch wenn man immer ganz stolz darauf ist, wie viele tolle Dinge da drin sind. Aber wenn man das vergleicht mit den Apps und den Services der richtig guten Player, ist es halt bitter, zu sehen, wie schlecht wir Deutschen in Teilen diese digitalen Dienste umsetzen, da eben der Benchmark steil nach oben gegangen ist. Und das ist eben spannend, im Finanzdienstleistungssektor zu sehen, ob Banken das schaffen, diesen digitalen Benchmark, der in der digitalen Welt plötzlich entstanden ist und den wir als User mittlerweile erwarten, weil wir halt so was wie Google, so was wie Facebook oder Spotify so einfach und easy und convinient nutzen können, dass wir weiter akzeptieren, dass Banken in weiten Teilen immer noch so schlecht aussehen, anfühlen und nutzbar sind. Und das wird echt eine spannende Frage.

Hinken bei der Digitalisierung hinterher

Karina Vida Also würden Sie sagen, dass Deutschland in Sachen Digitalisierung global hinterher hinkt?

André Bajorat Nein, das würde ich so nicht sagen. Ich glaube, dass wir durchaus in der Lage sind, digital zu denken, und dass wir in unserer Ingenieurskunst digitale Dinge bringen. Wo wir hinterher hinken ist, dass wir in Branchen, wo wir bisher die Digitalisierung eher als Thema im Keller gesehen haben – also auch so etwas, wo Sie jetzt grade sitzen – das ist ja etwas, was lange Zeit als Servicecenter gesehen wurde für viele Sparkassen. Und nun ist es so, dass was aus dem „Keller“ kommt, eigentlich das ist, was das größte Asset einer Bank ist: Software zu bauen, Softwareentwickler zu haben. Und jetzt wird es spannend: User-Experience-Leute, Data-Analysten, die aus den ganzen Daten etwas machen, zu haben. Und das haben viele Leute vermutlich noch nicht verstanden, die sich bisher darauf ausruhen konnten, dass sie im Grunde genommen Filialen hatten, Kunden hatten und auf die Trägheit der Masse setzen konnten. Und da hinken wir hinter her, im Mindset.

Das kann es doch nicht sein vom Anspruch her! Ihr seid die größte Finanzgruppe Europas und orientiert euch an einem winzig kleinen StartUp in Berlin!

Wir hinken nicht hinterher, dass wir das nicht könnten, oder nicht sogar in Teilen Marktführer bei digitalen Produkten sind, aber dort, wo der große Wandel grade ansteht, da hinken wir im Anspruch, richtig gut zu sein und richtig gute Produkte zu liefern, hinterher. Wir machen dann halt nach, auch wenn ich mir grade angucke, was ihr (Sparkassen-Finanzgruppe) mit YOMO macht, als ich damals den ersten Namen vom Konzept zu dem Thema gehört habe, war das ja Number26. Das kann es doch nicht sein vom Anspruch her! Ihr seid die größte Finanzgruppe Europas und orientiert euch an einem winzig kleinen StartUp in Berlin!

Karina Vida Aber warum? Weil es dementsprechend auch Erfolg damit hat. In die Richtung „was können wir von den Kleinen lernen und auf uns adaptieren?“ geht das, schätze ich. Ich hab den Eindruck auch, dass in der Sparkassen-Finanzgruppe nach dem Motto „das war schon immer so, das ist schon immer so gewesen und das bleibt auch so.“ Man ist da meiner Meinung nach nicht so offen für Neues.

André Bajorat Absolut, absolut. Aber gut, das ist aber das, was ich mit Mindset meine. Ich glaube nicht, dass wir das nicht könnten, sondern dass das eine Frage von „Wollen wir das?“ ist, eine Frage des Anspruchs. Ich glaube auch, dass da das Wort „Hinterher hinken“, was Sie grade angesprochen haben, da dann auch stimmt, sich aber wirklich auf das Wollen bezieht nicht das Können. Im Ergebnis hinken wir hinterher, da haben Sie Recht.

Karina Vida Okay, dann hat sich natürlich auch das Bankenwesen in den letzten Jahren drastisch geändert. Ich kann beispielsweise über mein Handy komplett eine Überweisung tätigen oder brauche nicht mehr bei der Bank etwas einschmeißen, weil ich sogar schon im Bestellvorgang bezahlen kann. Wie hat sich so was auf den Finanz-Sektor ausgewirkt? Die Bank ist jetzt ja teilweise komplett raus aus diesem Bezahlvorgang und wie hat sich das Bankenwesen im Rahmen der Digitalisierung denn noch verändert?

André Bajorat Ich glaube, dass ist so was, wo wir alle immer das, was kurzfristig passiert, überschätzen und das, was langfristig die Folge ist, unterschätzen. Und alle haben so vor zwei, drei Jahren die FinTech-Revolution ausgerufen und haben gesagt, dass Banken sterben. Das war damals quatsch und wir haben mittlerweile gesehen, dass das Quatsch ist. Gleichzeitig merken wir aber, dass da eine substanzielle Veränderung der vorhandenen Assets notwendig ist, um zukünftig noch erfolgreich Bankprodukte, Banking und Bank zu machen. Ich glaube, was sich komplett verändert, ist, dass man vorher „Bank“ immer ganzheitlich gedacht hat und damit muss ich als Bank immer alles anbieten: von der Filiale, über Online-Banking bis zur kompletten Infrastruktur und dem Host hinten dran.

Da gab es natürlich gewisse Ausnahmen, schon so vor zwanzig Jahren sind die Online-Broker entstanden, die sich erst mal nur auf das Thema Online- und Wertpapier-Geschäft konzentriert haben. Die haben sich dann aber im Laufe der Zeit immer breiter gemacht und wurden zu Komplettbanken, nur ohne Filialen. Aber man hat ja heute weder eine Comdirect oder Consors, die nicht nur Broker sind, sondern auch Vollbanken. Und das wird sich aus meiner Perspektive in der Zukunft noch mehr verändern. Das Banking im Vordergrund steht, jedenfalls für uns Kunden und nicht die Bank. Die Bank ist mir als User eigentlich egal. Komplette Commodity. Und ich will halt Bankdienstleistung und Banking haben. Das ist so was wie Kredite, Zahlen, Konto – aber mir ist eigentlich egal, wo das ist und entscheidend wird sein, wer mir diese Bank oder eher dieses Banking am Besten zur Verfügung stellt und am expirience-haftesten zur Verfügung stellt. Ich brauche dafür nicht unbedingt eine Banklizenz, allerdings muss ich das beste Frontend sein. Und das ist das Spannende für die Zukunft daran: Wer wird das digitale finanzielle Zuhause für den Kunden? Das, was die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in der Fläche irgendwo waren, das digitale Zuhause für den Kunden, den Berater, das ist noch nicht wirklich gefunden und da kämpfen gerade viele drum.

Und das wird sich aus meiner Perspektive in der Zukunft noch mehr verändern. Das Banking im Vordergrund steht (…)

Die Rolle der Fintechs als Treiber der Banken

Karina Vida Würden Sie dann sagen, dass aus diesen Bedürfnissen oder eher diesen Anforderungen heraus – weil dem Kunden jetzt letztendlich egal ist ob das eine Sparkasse, Commerzbank oder deutsche Bank ist – die FinTechs auch entsprungen sind?

André Bajorat Woraus die FinTechs jetzt entsprungen sind oder wie meinen Sie das? Ich glaube, FinTechs sind daraus entsprungen, dass in der Technologie ganz, ganz viele Sprünge drin waren. Man war plötzlich mit relativ wenig Geld – weil es Cloud-Computing, Open Source-Software und so was wie APIs gibt – in der Lage, ohne ein Rechenzentrum zu bauen, wie ihr bei der FI das habt, oder ohne große Oracle-Lizenzen zu kaufen, wie es viele Banken noch tun, auf ein Level zu kommen, das man sich ins Banking-Business begeben konnte. Das wäre vor zehn Jahren nicht gegangen. Und das war sozusagen die Grundlage, also dass im Finanzdienstleistungsbereich die Markteintrittsbarrieren durch Technologien herabgesetzt wurden und ein Eintreten auf den Markt möglich war. Zusätzlich kam die Finanzkrise dazu, in der viele Banker entlassen worden sind und somit auch Bankwissen. Und daraus ist so was wie FinTechs plötzlich entstanden.

Ideen sind in London, New York und natürlich auch Deutschland hochgekommen, Technologie war plötzlich vorhanden und Geld wurde für dieses Thema auch locker gemacht – da haben sich lange Zeit viele mit schwer getan in den Bereich Banking zu investieren. Payment war schon länger ein Thema, aber in den Bereich Bank hat das bis dato niemand so richtig gemacht und das war dann so der Grund, weshalb FinTechs so plötzlich hoch gekommen sind. Und dass zusätzlich das Vertrauen in Banken vermeintlich geringer geworden ist und man sich somit mit neuen Dienstleistungen auf dem Markt anbieten konnte. Das war natürlich auch ein Nebeneffekt der Finanzkrise. Oh, und natürlich hat das Thema Handy, Smartphone und Access, den wir erwarten als Kunden. Und die Banken haben darauf in den letzten zehn Jahren – seit dem es das iPhone gibt – in der Massenbewegung der letzten fünf bis acht Jahren eher, haben Banken auch dieses Thema always-on – ich möchte meine Dienste immer dabei haben, sie müssen so richtig ansprechend sein – da haben Banken halt wenige richtig gute Antworten gefunden für den Kunden.

Karina Vida Sind dann daraus auch Vorteile entstanden, die sie (FinTechs) gegenüber traditionelle Banken haben, zum Beispiel, dass sie Kundenbedürfnisse besser erfüllen können – einfach da sie sich auf einen Prozess oder ein Produkt fokussiert haben. Oder sehen Sie da noch weitere Vorteile?

André Bajorat Ja natürlich, das auf jeden Fall. Klar, wenn man eine Voll-Bank ist – so wie die Sparkassen – muss man sich natürlich irgendwie mit hunderten Prozessen und Produkten beschäftigen und wenn dann hunderte StartUps daher kommen und jedes StartUp stürzt sich nur auf ein Thema, kann jedes dieser StartUps ein konzentriertes Thema deutlich besser machen als hundert. Sie schreiben zurzeit ja auch nur eine einzige Bachelor-Arbeit und nicht mehrere parallel, ganz bewusst, da Sie nur eine richtig gut schreiben wollen. Zehn Stück hingegen parallel gut schreiben, auch wenn Sie sich das im Detail mit drei Leuten teilen würden – das ist nicht so richtig gut möglich.

Karina Vida Gibt es da in diesem Umfeld auch aktuelle Vorreiter? Auf eurem Blog (Paymentandbanking.com) sucht ihr immer ein StartUp des Jahres – haben Sie da spontan schon einen Favoriten von 2016? Quasi ein StartUp das sich für Sie persönlich von der breiten Masse abhebt und herauskristallisiert hat?

André Bajorat (kurze Pause) Also 2016 war ja schon so ein bisschen das Jahr des Realismus. Man muss natürlich sagen, dass Number26 da auf einem Level schon ziemlich, ziemlich gute Sachen gemacht hat. Aber ich glaube, dass mein StartUp des Jahres 2016 die Solaris Bank ist.

Karina Vida Und was macht die Solaris Bank zum StartUp des Jahres 2016?

André Bajorat Die Solaris Bank ist im Grunde genommen eine Bank, die sich darauf konzentriert, Dritten ihre Banklizenz zur Verfügung zu stellen über IT. Und wenn man einen Dienst anbieten will, der eine Bank im Hintergrund benötigt, man aber selbst keine Bank sein will, nutzt man die Solaris Bank als Whitelabel-Bank.

Karina Vida Ah! Also so was wie die WireCard-Bank im Hintergrund für Number26 fungiert hat.

André Bajorat Genau. Das ist ganz genau so was. So eine Solaris Bank ist halt sehr Technologie-getrieben. Die haben erst mal einen Software-Stack gebaut, so dass man halt sehr, sehr schnell einen Access zu dieser Bank hat. Und die sind eben in 2016 neu gegründet worden.

Karina Vida Inwiefern würden Sie sagen, dass StartUps oder FinTechs sich auf dem Markt gegenüber den großen, traditionellen Banken durchsetzen werden? Und wie unterscheiden sie sich von eben diesen?

André Bajorat Ich glaube ja, dass man als FinTech wahrscheinlich nur in bestimmten Nischen den Banken wirklich richtig wehtun wird. Ansonsten wird es dann häufig auf Zusammenarbeiten münden. (kurze Pause) Da man in der Regel – und das ist unserer Trägheit als Kunde geschuldet – wahrscheinlich dann doch, bei den klassischen Banken bleiben wird als Kunde. Die (klassische Banken) werden dann aber trotzdem sehen, dass sie als Bank etwas tun werden müssen und folglich mit den FinTechs kooperieren, sprich zusammenarbeiten oder deren Dienstleistung einkaufen. Und das ist glaube ich eher der Weg, auf dem wir uns alle so zurzeit rein bewegen.

Das sieht man zum Beispiel bei Gini, die ja mittlerweile auch mit Ihnen (Finanz Informatik) zusammenarbeiten oder Optiopay und mit ganz vielen verschiedenen FinTechs, die gerade Lieferanten-Beziehungen mit Banken eingehen. Und das wird glaube ich der normale Weg sein. Und wenn ich ganz kurz auf Banken gucke, wie die sich unterscheiden, dann denke ich, dass die große Herausforderung für die ist, die dezentral organisiert sind – also Sparkassen und Volksbanken – dass die große Herausforderung so was wie Digitalisierung oder Antworten auf diese zu finden, dass es eben leichter für diejenigen ist, die zentral gesteuert sind. Und dezentrale Strukturen haben ja eher was basis-demokratisches. Und Basis-Demokratie ist ja was tolles, aber wenn man schnelle Entscheidungen treffen muss, führt dieses Basis-Demokratische zu Langsamkeit und Gleichzeitig oft auch zu Kompromissen und momentan ist die Zeit keine gute für Kompromisse sondern für harte und klare Entscheidungen.

Fintech: Gefahr oder Bedrohung?

Karina Vida Also würden Sie auch eher sagen, dass FinTechs so was wie ein Add-On sind zu dem „normalen Bankgeschäft“ als eine Gefahr oder Bedrohung?

André Bajorat Ja, da haben Sie Recht. Ich glaube in Teilen sind sie so was wie ein Add-On, ja genau. Weil man an Funktionen in Banken halt kommt, aber in bestimmten Nischen glaube ich auch, dass Banken dauerhaft Geschäft weggeben werden. Schauen Sie sich doch mal so eine Nische an, das wird immer wieder passieren. PayPal zum Beispiel war ein Nischenplayer. PayPal hat damals etwas übernommen, was die Banken bis dahin komplett beherrscht haben: den Online-Payment-Markt in Deutschland. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem PayPal gekommen ist, hat niemand die Notwendigkeit gesehen, in Deutschland an den bisherigen Bezahlverfahren, wie damals Lastschrift, Rechnung, Kreditkarte und Vorkasse zu ändern. Dann kam PayPal und alle haben sie ausgelacht oder noch schlimmer: Ignoriert. Klar kann das immer mal wieder passieren. Ich will nur sagen, dass diese ganze FinTech-Bewegung wirklich nicht dazu führen wird, dass plötzlich alle Banken wegfallen. Aber bestimmte Bereiche können von irgendeinem übernommen werden. Das merkt man gar nicht direkt am Anfang. Und das ist glaube ich etwas, wo FinTechs halt beidseitig unterwegs sein werden und sich bestimmte Nischen suchen. Das sind teilweise noch unsichtbarere Player im Sinne des Retail-Geschäftes. Wir konzentrieren uns ja momentan immer in unserer Sicht und auch in der öffentlichen Wahrnehmung sehr stark auf das Thema Retail, weil das uns alle – Sie, mich, unsere Freunde – sehr beschäftigt. Wie bezahlen wir, wie ist unsere Karte und all so was. Ich glaube, dass man noch richtig erfolgreiche FinTechs im tieferen Bereich der Bank oder Prozesse sehen wird. Und die werden der Bank Geschäft wegnehmen und ihr richtig wehtun.

Die ganze FinTech-Bewegung wird wirklich nicht dazu führen wird, dass plötzlich alle Banken wegfallen

Es ist ein bisschen abstrakt, aber ich hoffe, dass das trotzdem einigermaßen verständlich ist. (kurze Pause). Oder Traxpay, ebenfalls aus Frankfurt – das macht ein Freund von mir, der Jochen Siegert. Traxpay ist zum Beispiel gerade mit der NordLB in die Kooperation gegangen. Die versuchen auch für größere und mittelständige Unternehmen die direkte Anbindung an die ERP-Systeme, also Buchhaltungs-Systeme, zu bekommen. So dass man halt schnellere Cash-Flows hinbekommt und die Liquidität eben steuerbarer ist, da man direkt sieht, wo der Lieferant grade ist, wann die nächsten offenen Posten reinkommen und so was. Das sind Dinge, die Banken natürlich auch machen könnten, da sie sehr viel über den Kunden wissen – tun sie aber nicht. Vernetzung eben.

Das habe ich vorhin auch schon so ein wenig angedeutet, als ich meinte, dass die Bank sich eben auch accessable machen muss. Banken denken heute viel zu sehr in ihrem Silo. Man hat natürlich immer einen Touch-Point in die Bank hinein. Das ist Onlinebanking, Mobilebanking oder teilweise die Filiale. Aber das man sozusagen das Banking in den Kontext für den Kunden reinbringt, also in das ERP-System, oder in eine App für das Thema Peer-to-Peer-Zahlungen, weil plötzlich dein Bankkonto dahinter liegt. Die Bank selber glaubt immer, sie muss sichtbar sein und ich als Kunde muss immer sehen, dass ich gerade bei der Sparkasse Paderborn-Detmold zum Beispiel sein muss. Oder von mir aus bei meiner Sparkasse Harburg-Buxtehude – ich bin ja selber noch Sparkassenkunde. Dieser Anspruch immer, HKS13 – das Sparkassenrot – zu sehen, der ist ja nicht nur Sparkassenlike – ich erwähn das jetzt nur so stark, weil Sie da (Sparkassen-Finanzgruppe) auch grade sitzen. Das kann man auf eine Volksbank, Deutsche Bank oder auf wen auch immer übertragen.

Und das ist falsch. Uns als Kunden, uns ist egal ob das die Sparkassen-App ist – wir wollen eine Leistung haben, das ist für Firmenkunden noch viel stärker so. Da machen Banken das auch schon lange, also das man sein Konto in zb die Datev einbinden kann und so was, aber das geht sehr viel weiter. Die Industrie vernetzt sich und die ganzen Systeme, die wir als Unternehmer nutzen, vernetzen sich. Und da ist die Bank hinten dran. Sie fragten mich ja auch grade, ob FinTechs Banken überholen oder ob da jemand entsteht. Und ich glaube, dass wir da so Hidden Champions haben werden, die wir noch nicht wahrnehmen und genau die werden den Banken fürchterlich Geschäft wegnehmen. Auf einer Seite, die wir beide auch grade gar nicht im Blick haben, eben weil wir auch dafür viel zu wenig tief in diesem Thema drin sind. (kurze Pause) Das ist glaube ich eher die Gefahr und daran müssen Banken eben arbeiten, dass sie ihre Systeme so flexibel gebaut haben, dass sie in der Lage sind, so etwas selber zu machen.

Karina Vida Sie hatten eben auch gerade gesagt, dass es vielen Kunden egal ist, womit sie eben ihr Banking abwickeln, Hauptsache es läuft einfach – nach Möglichkeit vielleicht noch in einer schicken App – würden Sie da auch sagen, dass die Tendenz eher dazu geht, dass man als Kunde bereit ist, einfach „irgendwo“ seine Daten einzugeben und dass der Gedanke, seine Daten nicht jedem preiszugeben schwächer geworden ist? Dass man sagt, ich will diesen Service lieber nutzen als dass ich jetzt darüber nachdenke, wer eigentlich was alles über mich weiß?

André Bajorat Ich glaube, dass Datenschutz ein Thema ist, was so deutsch und so europäisch auf der einen und so dermaßen überschätzt auf der anderen Seite ist. Wenn man einen Dienst hat und dieser Dienst einen Mehrwert bringt und dieser Dienst sich für einen nicht ganz crappy und komisch anfühlt, sondern irgendwo ein vertrauensvoller Partner oder Co-Branding-Partner ist, dann spielt das keine Rolle. Banken – nicht nur Banken, viele – glauben immer, uns Kunden beschützen zu müssen. Beschützen zu müssen im Sinne von „Eure Daten – wir passen darauf auf“. Eigentlich geht es darum, dass die Bank sagt „Meine Daten“ also meine Daten als Bank. Und ich glaube einfach, dass wir dahingehend hindenken müssen, dem Kunden – also uns beide – viel mehr zutrauen und ihn souverän entscheiden lassen, wo und wie er seine Daten nutzen will. Und was wir (Finanzdienstleister) immer machen – wir over-protecten unseren Kunden.

Das ist teilweise auch der Verbraucherschutz, da denk ich mir „Das kann doch nicht wahr sein, wir sind ja nicht alle dumm!“ An der Stelle muss ich wirklich sagen, dass man viel eher so an das Thema herangehen muss. Und ich glaube auch, dass ist auch etwas, wenn wir so in Richtung Banking, Richtung PSD2 grade mal so einen Spot werfen – da geht es ja auch in diese Richtung. Da geht es in das Thema Offenheit von Systemen, damit Kunden ihre eigenen Daten woanders nutzen können. Und das muss ich natürlich so machen, dass der Kunde sich bewusst ist, was er tut. Und das ist glaube ich der Spagat, den man hinbekommen muss: Das ich dem Kunden klar mache, was er tut und ihn gleichzeitig dabei nicht für dämlich halte, indem ich ihn over-protecte – und dazu neigen wir. Vor allem auch dadurch, dass wir immer direkt am Anfang die Datenschutzkeule rausholen.

Karina Vida Das stimmt, auch wenn man so darüber nachdenkt. (kurze Pause) Hr. Schaffranski hatte zum Beispiel hierzu auch erwähnt, dass Deutschland das einzige Land ist, in dem Facebook mit Datenschutz wirbt.

André Bajorat Ja! Und na ja, wenn wir mal kurz zurückdenken. Klar sind Sie jetzt viel jünger als ich, aber Sie werden bestimmt mitbekommen haben, als irgendwann WhatsApp von Facebook übernommen worden ist. Das ist auf jeden Fall schon Jahre her. Viele haben damals angefangen mit „Boah, ich nutze kein WhatsApp mehr“ und sind dann kurzzeitig auf Treema, Telegram und sonst was zu nutzen übergegangen. Für eine Woche vielleicht, weil diese Leute dann plötzlich gemerkt haben, dass sie sich in Silos befinden, wo kein anderer drin ist. Und jetzt? Jetzt sind alle wieder zurück bei WhatsApp. Selbst meine Frau, die in ihrem Leben noch nie Facebook benutzt hat, benutzt WhatsApp. Und wenn ich ihr sage, dass das total egal ist, ob sie jetzt WhatsApp oder Facebook benutzt, da ihre Daten sowieso bei den gleichen landen, sagt sie: „Mir doch egal.“

Und das liegt einfach daran, dass diese ganzen Dienste mittlerweile so in unserem Alltag angekommen sind. Vielleicht holt uns das alles irgendwann mal ein und ich kann plötzlich nicht mehr in die USA einreisen, weil ich auf Twitter irgendwann mal den Hashtag #goldenshower benutzt habe – kann ja sein (Lachen). Aber so ticke ich einfach nicht. Ich laufe auch nicht mit dem Aluhut rum, weil ich glaube, dass irgendwelche Strahlen auf mich eintreffen. Sondern ich versuche im Hier und Jetzt zu leben. Und wenn genau solche Leute, die auf so was achten, die IT-Strategie in den Unternehmen machen – und das ist in der Sparkassen-Finanzgruppe lange so gewesen – dann hat man auf gut Deutsch gesagt, verloren. Es müssen ja nicht alle im Hoodie und T-Shirt rumlaufen wie Zuckerberg, darum geht es ja nicht. Aber es geht um Mindsetting und Offenheit.

Was Banken von Fintechs lernen können

Karina Vida Wir hatten eben bereits schon das Thema Zusammenarbeit von Banken und FinTechs, dass sie sich ergänzen werden oder ich als Kunde auf beides zurückgreifen werden. Inwiefern oder was können denn Banken speziell Ihrer Meinung nach von FinTechs lernen? Oder wo – in welchem Prozess zum Beispiel – sind FinTechs den Banken voraus?

André Bajorat Ich glaube, wo FinTechs den Banken voraus sind, ist halt in der Art, wie wir – ich bin ja selber quasi in einem drin – Produkte bauen. Wir sind auch bereit, Dinge auszuprobieren und bereit, dass Dinge schiefgehen. Wenn man in der FI ein Projekt schaffen will, ist es zum Erfolg verdammt. Scheitern ist in eurer (Finanz Informatik) Kultur gar nicht drin. (kurze Pause). Es ist total okay, dass Projekte eben ein bisschen länger dauern, aber sie müssen zu Ende geführt werden. So was gibt es bei uns (FinTechs) nicht. Wir versuchen, bei den Dingen innerhalb kürzester Zeit herauszufinden, klappt es oder klappt es nicht? Und wenn es nicht klappt, dann werfen wir sie weg und setzen uns an das nächste Projekt und das ist auch in unserem Mindset so verankert. Gelebte Agilität – und nicht nur auf der Tonspur – da rein bringen. Da sind wir (FinTechs) euch (Banken) voraus. Ich glaube, wir sind euch auch Voraus, dass wir in vielen Teilen interdisziplinärer arbeiten und unsere Teams anders aufstellen und verschiedene Menschen auch in die Teams reinbringen.

Ich hatte gestern zum Beispiel ein Treffen bei einer großen Bank in München und da saß ich mit den IT-Leuten zusammen. Und beim Thema PSD2 sitzen dann reine ITler – nichts gegen ITler, aber man braucht da dann auch Business-Menschen. Business-Menschen, die dann in so einem Thema nicht nur die IT betrachten, weil man sonst nur schlechte Lösungen – jene, die am Kunden vorbei ziehen – baut. (kurze Pause) Kommen wir noch mal kurz auf Christoph Keese und das Buch Silicon Germany zurück: Ich habe gestern dieses Beispiel von ihm gehört mit dem Rasenmäherroboter. Da ist es zum Beispiel so, dass Bosch den Rasenmäherroboter in England bauen lässt und die bauen das dann da. Und die Vermarktung dieses Produktes findet in Deutschland statt. Die Teams arbeiten nicht zusammen! Die Leute, die in England das Ding bauen, würden niemals diese Aussagen auf die Verpackung drauf schreiben. Was ich damit sagen will – man muss interdisziplinär zusammenarbeiten. Man muss von vorne herein wissen, was das Produkt wirklich leistet und was als Aussage nach außen hin getragen werden kann, und was der Markt will. Die Teams müssen eng zusammenarbeiten. Das probiert ihr (Finanz Informatik) ja teilweise auch, in dem ihr Projekte aufsetzt mit den Sparkassen, damit die auch mit reinkommen und dass der Markt sofort dabei ist. Das ist so ein Punkt, bei dem ich glaube, dass das künftig noch viel, viel stärker gemacht werden muss, da sind FinTechs voraus. Und wir (FinTechs) sind euch voraus, da wir neuere Technologien und nicht nur Mainframe-Kram benutzen.

Karina Vida Sie hatten ja eben von Ihrem FinTech gesprochen – figo heißt das, wenn ich mich richtig erinnere – können Sie kurz ein paar Sätze dazu sagen? Banking as a Service ist ja Euer Slogan dabei.

André Bajorat Ja genau. Was wir halt machen, ist im Grunde genau das Gleiche, was die Finanz Informatik mit AHOI aufstellt, eine Banking-API. Wir leben quasi das, was PSD2 mitbringen wird. Wir haben eine Infrastruktur gebaut, also einen Software-as-a-Service-Stack, auf dem es obendrauf eine API gibt, auf der sich Entwickler anmelden können, um dann über unsere API auf alle europäischen Konten, Kreditkarten, Depots oder Dienste wie PayPal zugreifen können, um dann Apps, Services und so was mit Banken zu connecten. Grundlage ist immer, dass oben drauf ein Kunde sitzt, der hat dann seine Online-Banking-Daten in den Dienst eingegeben und dieser Dienst wirft die über uns in die Bank, wir holen aus den Banken die Daten raus und liefern sie wieder nach oben. (kurze Pause) Das machen wir.

Karina Vida Das war jetzt deutlich einfacher erklärt, danke! Nutzen Sie denn selbst auch Mehrfach-Verbindungen? Eben hatten Sie kurz erwähnt, dass Sie selbst Sparkassen-Kunde sind, haben Sie noch weitere Konten woanders?

André Bajorat Ich glaube ich hatte in meiner Hochphase 85 Konten, als ich bei der Star-Finanz war. Ich war ja selber zehn Jahre bei der Star-Finanz – ich hab insgesamt 13 Jahre Sparkassen-Finanzgruppe hinter mir. Mittlerweile hab ich glaube ich immer noch mit meiner Frau gemeinsam sechs oder sieben Konten – also klar, ich nutze Mehrfachbankverbindungen.

Karina Vida Ging das dann nach Konditionen, Services oder wollten Sie einfach alles verteilt haben?

André Bajorat Nein, mein Sparkassen-Konto habe ich noch aus der Historie, meine Frau ist bei der Apo-Bank, weil sie Ärztin ist. Sie ist auch eben da, weil die für Ärzte den besten Service haben. Ich bin bei der Sparkasse, weil ich das Filialnetz, also das Geldautomatennetz, teilweise immer noch nutze; ich hab noch ein Konto bei der NetBank, da ich noch als Freiberufler arbeite – weil mich die DKB damals als Freiberufler nicht akzeptieren wollte. Ich habe dann noch ein Depot bei der Comdirect, hab mehrere PayPal-Accounts, einen Number26-Account und einen Fidor-Account zum ausprobieren – also die Neo-Banks wenn Sie das so wollen, die nutze ich einfach so. Ansonsten habe ich noch ein 1822direkt-Konto, das ist quasi mein Cash-Konto, weil das in der Vergangenheit eins der besten Tagesgeldkonten war. Mittlerweile gibt es ja kein Geld mehr darauf, aber da bin ich trotzdem noch Kunde.

Karina Vida Also dann einfach weil das Konto dann an der Stelle jeweils die besten Konditionen angeboten hat?

André Bajorat Ja genau, Anfang der 90er-Jahre haben die damit angefangen und ehrlich gesagt bin ich seit dem einfach dort geblieben. (Lachen) Ich bin bei denen sogar einer der ersten hundert Kunden und wurde zur 20-Jahr-Feier eingeladen.

Karina Vida Oh, wow! (kurze Pause) Also auf der FinTech-Schiene war das jetzt eher mehr zum ausprobieren oder sagen Sie da jetzt „Boah, das haben die richtig gute gelöst, das will ich jetzt nutzen!“

André Bajorat Also ich finde, Number26 hat viele Sachen richtig gut gelöst. Wenn man jetzt diesen Sicherheits-Hack der da aufgelistet wurde, außer Acht lässt. Die haben einfach viele Dinge richtig gut gelöst – ich nutze das einfach so und nicht über Gebühr. Irgendwo bin ich auch ein alter Mann und mache Banking am PC – das ist irgendwo auch richtig pervers (Lachen). Ich mein, ich rede über mobile und promote das Gerät und wie mache ich Banking? Am PC. Das liegt aber einfach daran, dass ich den ganzen Tag an dem Ding dran sitze.

Karina Vida Dann einfach weil das komfortabler und bequemer ist, wenn Sie den ganzen Tag sowieso am PC sitzen. Funktioniert dass dann ausschließlich über den PC oder gibt es auch mal Situationen, dass Sie was über das Handy machen, weil Sie da grade eh was mit machen.
André Bajorat (kurze Pause) Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich hab zwar noch Kontoalarm mit drauf auf dem Smartphone und Apps und so was, aber was ich sonst nutze ist Peer-to-Peer-Payment. Also um Geld zu senden, dafür nutze ich dann das Handy, da nutze ich dann aber PayPal und manchmal cringle – kwitt ist eine Katastrophe. (kurze Pause) Sorry, aber ihr (Finanz Informatik) könnt das nicht in dieser so schlechten Banking-App drin verstecken. Die App ist allgemein eine Katastrophe. Das darf von mir aus gern da drin sein, aber das muss auch eine Stand-Alone-App sein.

Karina Vida Was würden Sie sich denn von Ihrer Bank oder von einer Bank wünschen? Was fehlt Ihnen momentan im Banken-Umfeld?
André Bajorat Auf einer abstrakten Ebene kann ich Banken immer nur eins wünschen: das ist mehr Mut. (kurze Pause) Habt mehr Mut und habt mehr Mut, etwas falsch zu machen! (längere Pause) Auf einer ganz operativen Ebene wünsche ich mir von meiner Sparkasse, dass sie mir meine Bezahlidentität mobil anbietet. Einfach, dass ich irgendwas in meinem Handy hinterlege – und da ist es mir wirklich egal was, mein Konto direkt, eine Kreditkarte, eine Debitkarte, egal was – ich hinterlege das einfach in meinem Handy irgendwo und kann dann mit meinem Handy bezahlen. Ich will diese störende Karte nicht mehr. (kurze Pause)

Das würde ich mir von meiner Bank gerade wirklich wünschen. Das ist etwas für mich im Alltag, bei dem ich mir denke „Das wär toll!“ Ansonsten würde ich mir von Banken sehr wünschen – und da seid ihr (Finanz Informatik) mit yes auch sehr dran – dass Banken deutlich mehr darüber nachdenken, auf wie vielen Assets sie sitzen und sie diese Assets auch nutzen. (kurze Pause) Vielleicht doch noch eins, was ich mir von meiner Bank wünsche: Das sie mich endlich mal versteht! Meine Sparkasse weiß alles von mir und traut sich nicht, dieses alles, was sie von mir weiß, zu nutzen. Und ich sag denen jedes Mal, dass sie das bitte tun mögen. Die (Sparkasse) weiß, was ich auf meinem Konto haben, die weiß, was ich möglicherweise anlegen kann, die sehen sogar, wo meine Anlagen hinfließen, die sehen, dass ich seit acht Jahren meine Karte benutze und jeden Monat zwischen zwei- und dreitausend Euro Umsatz damit mache – warum in aller Welt bekomme ich kein vernünftiges Angebot von denen? Das ist zum Weinen – wirklich. Die verdienen nichts an mir, da ich immer noch ein kostenloses Konto benutze. Und die sehen, dass ich bestimmt bei fünf oder sieben anderen Banken oder Finanzdienstleistern Geschäft mache und die nutzen das nicht – die nutzen ihr Wissen einfach nicht und das macht mich verrückt, wenn ich da nur drüber nachdenke. Wäre ich Bankvorstand, würde ich schreien. (kurze Pause)

Karina Vida Ja, das kann ich nachvollziehen!

André Bajorat Ja, das macht ja auch keiner, oder?

Karina Vida Nein, macht keiner, stimmt. Ich bekomme das hier ja auch ein wenig mit – ich sitze in der Einsatzberatung wir weinen hier auch regelmäßig und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Sparkassen bekommen die ganzen Daten und nutzen sie einfach nicht – ich denke aber auch, dass die nicht wirklich wissen was sie da alles haben und damit anfangen können.

André Bajorat Das ist natürlich auch ein Problem. Die Finanz Informatik muss immer 409 Sparkassen aufschlauen und das dann bei X Menschen. Das ist ja das, was ich am Anfang sagte, wenn man Fragen hat. (kurze Pause) Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel. Wir arbeiten als figo mit der Deutschen Bank zusammen und die nutzt unsere Multibanken-Fähigkeit. Und das bedeutet, dass man in der Deutschen Bank App und im Online-Banking seine Konten von der DKB, Sparkasse oder von sonst wo einbinden kann. Das haben die aber nicht nur für den Kunden gemacht, gleichzeitig haben sie den Kundenberater in die Lage versetzt, diese Daten auch zu sehen. (kurze Pause) Das heißt also, dass wenn ich da als Kunde hingehe, weiß der, welche weiteren Depots, Tagesgelder und Girokonten ich habe. Der kann mich plötzlich ganz anders beraten. Das ist der Anfang von „Der kennt mich“. Und das ist etwas, wo Sparkassen echt noch ganz viel aufholen können. Das würde ich mir auch von meiner Bank wünschen.

Karina Vida Dieses aktive auf den Kunden Zugehen, zu sagen „Hallo Kunde, du hast folgende Produkte, wie wär es denn, wenn du dein Kontomodell wechselst?“ – dass der Kunde nicht der Bank oder den Konditionen hinterher rennen muss.

André Bajorat JA! Das ist das eine – auf einer ganz platten Ebene. (kurze Pause) Anderes Beispiel: Vor zwei Jahren war ich in Norwegen unterwegs und hatte mit meiner Frau gewettet, dass ich mit meiner Kreditkarte nicht einmal Bargeld brauche. Ich bin verrückt geworden, weil ich am Ende gemerkt habe, wie viel mich das gekostet hat. Diese doofe Bank hat mit der Kreditkarte für jede Nutzung im Ausland eine Gebühr verlangt, weil das Fremdwährungseinsätze waren. (kurze Pause) Die haben doch gesehen, dass ich in Norwegen bin. Da versteh ich dann nicht, warum ich in diesem Moment nicht eine kurze Info von meiner Bank bekomme, die sagt „Hey, das kostet dich jedes Mal Geld! Willst du nicht für die nächsten X Wochen eine Gebühr bezahlen für den Einsatz der Kreditkarte in Norwegen?“ Das würde ich sofort bezahlen! Und das meine ich mit Smartness – nicht irgendwie nur Kontowechseln, sondern dass die (Banken) wirklich auch ad hoc sehen, was ich tue, wo ich bin und so was und zeitgemäß darauf eingehen. Das ist momentan echt schlecht. Da sind wir bei dem Thema, worüber wir eben schon mal kurz gesprochen haben: Unsere Erwartungen, die wir halt an Banken mittlerweile haben, werden nicht erfüllt. Banken müssen sich mit ansprechenden Diensten messen – so was wie Facebook, WhatsApp – das nutze ich alles täglich. Und die haben ihre User-Experience unglaublich gut gelöst. Da müssen sich Banken dran messen und das ist eine echte Herausforderung.

Karina Vida Was für eine Entwicklung oder was für eine Erwartung haben Sie an den Finanzmarkt und Banken für die nächsten fünf bis zehn Jahre? Was wird sich da noch tun?

André Bajorat Ich glaube, dass viele Banken verschwinden werden. Ich glaube, dass viele Sparkassen und Volksbanken fusionieren werden – das Thema wird sich deutlich konsolidieren. Ich glaube, dass das Retail-Banking europäisch wird – also dass man nicht an der Ländergrenze Schluss macht, das ist völliger Schwachsinn im SEPA-Raum. (kurze Pause) Und ich glaube, dass Banking – und jetzt sage ich bewusst Banking statt Bank – auch in den globalen Ökosystemen rein wandern wird. Das sehen wir auch heute schon, PayPal macht ja Peer-to-Peer – die Überweisung wird also im Grunde genommen im Stück bald überflüssig. Wir werden das Ganze bei den Facebooks und Apples der Welt sehen – dass da Bank- oder Banking-Produkte rein wandern. Im Bereich Wertpapier werden wir eine ganze Menge Veränderungen erleben. Dieses Thema ist mittlerweile so alt – wenn ich eine Wertpapierorder mache, muss ich teilweise zwei bis drei Tage warten, bis die in meinem Depot angekommen ist – da werde ich verrückt! Das ist noch weniger in der Echtzeit angekommen als Zahlungsverkehr. Da werden wir künftig eine ganze Menge sehen und da reden bis jetzt auch nur die wenigsten bisher drüber. Momentan reden ja alle über Blockchain[30] und das halte ich für überbewertet. (kurze Pause) Da sehe ich eben so die Veränderungen. Und die globalen Systeme, die Vorreiter wie Apple, Google, Facebook, Amazon und solche Unternehmen dieser Welt – die werden in das Thema reinkommen. Und was uns glaube ich noch nicht so richtig bewusst ist, ist, dass viel auch aus Asien zu uns überschwappen wird. Da bin ich auch gespannt, das hat gerade erst begonnen mit Alibaba. Das Ganze wird uns in Teilen auch überrollen, das haben wir so noch gar nicht erwähnt.

Karina Vida Dann kommt ja echt noch einiges auf uns zu.

André Bajorat Ja, aus dem Westen und aus dem Osten.

Karina Vida Oh schön und wir sitzen in der Mitte.
André Bajorat Genau. (Lachen)

Karina Vida Dann eine letzte Frage noch: Wie sieht für Sie die Bank der Zukunft aus – oder eher das Banking der Zukunft? Beschränken wir das nicht mal nur auf die Bank.

André Bajorat Individuell, im Kontext (kurze Pause) und sehr stark in meinem Leben integriert. Das ist jetzt sehr abstrakt, aber wenn ich darüber nachdenke, wie Banking für mich in der Zukunft ist – dann sehe ich momentan so etwas wie eine Alexa[32] vor mir, natürlich sehe ich mein Handy vor mir – aber meine Bank oder das Banking sehe ich nicht konkret vor mir, sondern integriert wie in Momenten, in denen ich gerade einkaufe, im Laden oder digital bei Amazon zum Beispiel. (kurze Pause) Und dort taucht dann meine Bankidentität vor mir auf, die mich fragt, wie ich das gerade bezahlen möchte: Direkt, als Konsumentenkredit und das in den nächsten Monaten abbezahlen? So stelle ich mir Banking in Zukunft vor: individuell, im Kontext und in meinem Leben integriert.

Karina Vida Also wäre das eine Richtung für Sie, in der alles miteinander vernetzt ist und die Bank oder die Sparkasse nicht mehr alleine steht und ich als Kunde nicht mehr in die Filiale gehe – zum Beispiel – sondern es einfach in meinem Leben wirklich mit drin ist.

André Bajorat Wann waren Sie das letzte Mal in der Filiale?

Karina Vida Das kann ich Ihnen jetzt zufällig genau sagen, das war am 4. Januar weil ich Sorten abholen musste. (Lachen)

André Bajorat Okay (Lachen). Wann war ich das letzte Mal in der Filiale? Ich weiß es nicht. In den letzten zehn Jahren war ich nicht einmal nicht in meiner Bankfiliale. Ich habe zwischendurch ein Haus finanziert, Kinder in die Welt gesetzt und so einen Kram. Und ich habe die Bankfiliale nicht besucht – das ist krank irgendwie. Und ich glaube, ich werde auch keine Filiale mehr besuchen.

Karina Vida Und warum nicht?

André Bajorat Weil es mir keinen Mehrwert bringt. Ah Stop! Ich war letztens in einer Filiale – doch! Und ich hab mich fürchterlich aufgeregt. Ich war hier vorne in meiner Sparkassenfiliale – ich war sogar zweimal in meiner Sparkassenfiliale – ich habe gelogen! Ich war da und wollte, weil ich ein Auto verkauft habe, Bargeld einzahlen und stand dann vor dem Geldautomaten in der Selbstbedienungszone bei der Sparkasse hier vorne um die Ecke und da stand alles dran: Einzahlen, Auszahlen, Pin ändern und die ganze Geschichte da. Ich stecke also meine Karte rein und was kommt? Alles außer Geld Einzahlen, ich geh also zum Counter und frage nach, was da los ist und gebe denen meine Karte. Die nette Dame dort meinte dann, dass ich gar nicht bei denen in der Sparkasse Kunde bin. Ich meine nur, dass das stimmt, ich bin bei der Sparkasse Harburg und hier bin ich bei der Sparkasse Südholdstein. Und das geht dann anscheinend nicht. Warum nicht? Und dann erzählen die mir, dass das technisch nicht geht – alle Automaten und Sparkassen hängen an einem Rechenzentrum und an einer Stelle. Ja, das geht aus Complience-Gründen, also aus Geldwäsche-Gründen, nicht. (kurze Pause) Das war das eine mal, dass ich vor der Sparkasse stand und das andere mal war das mit meiner Tochter. Die hat zu ihrem neunten Geburtstag ein Geschenk von ihrer Sparkasse bekommen: eine Knaxx-Karte[33]. Wir sind dann dahin gegangen und dann hat die Filiale montags bis freitags von 8:30 bis 12:30 auf. Wann sind Kinder in der Schule?

Karina Vida Und die hatte auch nicht nachmittags auf?

André Bajorat Nein, da hätten wir in die Hauptstelle gehen müssen. (kurze Pause) Und so was macht mich fuchsig.

Karina Vida Jetzt aber wirklich die letzte Frage: Wir hatten vorher davon gesprochen, dass Zweige des Bankgeschäfts wegfallen werden, mit denen die Banken bis dato ihr Geld verdient hatten. Wie müssen sich Banken dann umstrukturieren, um das kompensieren zu können?

André Bajorat Wie müssten die sich aufstellen? Boah, gute Frage. (Lachen) Ich glaube, sie müssten sich wieder mehr am Markt orientieren und weniger an sich – also an der Bank – orientieren. Und wenn sie das getan haben und zu dem Markt wirklich einen Draht haben und somit auf Marktbedürfnisse Antworten finden – das ist die richtige Antwort darauf. So müssen sich Banken wieder aufstellen: den Markt im Blick haben und nicht nur sich selber im Blick haben.

Karina Vida
Ganz grob, das hängt ja noch mal davon ab was für eine Bank oder Sparkasse das ist und wie groß das Institut ist. (kurze Pause) Herr Bajorat, vielen Dank für Ihre Zeit und dass das vor allem so kurzfristig geklappt hat, auf Wiederhören!

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FinTech Podcast #87 – Zukunft des Payments – PEX-Berlin Keynote Arnulf Keese http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-87-pex-berlin-keynote-1/ http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-87-pex-berlin-keynote-1/#respond Wed, 01 Feb 2017 15:47:27 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7998 Für die Payment-Exchange Konferenz am 26. und 27. Januar 2017 konnten wir 2 hochkarätige Keynote Speaker gewinnen: Arnulf Keese, ehem. PayPal Geschäftsführer und seit kurzem General Partner bei e.ventures und Florian Heinemann Partner von Project A Ventures. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen die beiden Keynotes als Podcast zu veröffentlichen. Arnulf sprach zur Zukunft…

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Für die Payment-Exchange Konferenz am 26. und 27. Januar 2017 konnten wir 2 hochkarätige Keynote Speaker gewinnen: Arnulf Keese, ehem. PayPal Geschäftsführer und seit kurzem General Partner bei e.ventures und Florian Heinemann Partner von Project A Ventures.

Aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen die beiden Keynotes als Podcast zu veröffentlichen. Arnulf sprach zur Zukunft des Payment und Florian sprach zur Zukunft im eCommerce. In dieser Folge des Podcast die knapp 1stündige Keynote von Arnulf Keese zur Zukunft des Payments und wie wir in 10 Jahren bezahlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mobile is killing the Payment Player http://paymentandbanking.com/mobile-is-killing-payment-player/ http://paymentandbanking.com/mobile-is-killing-payment-player/#comments Tue, 31 Jan 2017 07:00:28 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7930 Marc Andreesen prägte vor fast 6 Jahren den Begriff „Software is eating the world“ in einem Artikel im Wallstreet Journal und sagte voraus, daß weltweit alle Firmen Softwareanbieter werden würden und dies kein Phänomen des Silicon Valley alleine sei. Sein Kollege Benedict Evens erweiterte die Aussage auf „Mobile is eating the world“. Wurden diese Aussagen anfangs belächelt, so sprechen mittlerweile…

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Marc Andreesen prägte vor fast 6 Jahren den Begriff „Software is eating the world“ in einem Artikel im Wallstreet Journal und sagte voraus, daß weltweit alle Firmen Softwareanbieter werden würden und dies kein Phänomen des Silicon Valley alleine sei. Sein Kollege Benedict Evens erweiterte die Aussage auf „Mobile is eating the world“. Wurden diese Aussagen anfangs belächelt, so sprechen mittlerweile selbst die CEOs von Automobilherstellern und Banken von diesem Paradigmenwechsel ihre Unternehmen zu Technologie- und somit Softwarekonzernen. Der Online-Zahlungsverkehr war im Vergleich immer stark technologisch geprägt. Hier kommt der Paradigmenwechsel jedoch durch die mobilen Endgeräte, daher sollte es hier vielmehr heißen: Mobile is killing the Payment Player?

Paypal hat letzte Woche wieder beeindruckende Finanzkennzahlen veröffentlicht. Das Paymentvolumen stieg (bereinigt um Währungseffekte) um 28% auf $354 Mrd im Jahr 2016, der Ertrag um 21% auf $10,8 Mrd und bei den Kunden stieg die Anzahl der aktiven Accounts auf 197 Mio (+10%) und deren Aktivität sogar um 13% auf 2,6 Transaktionen pro Monat. (Quelle PayPal Investor Relations). PayPal hat in der Nutzungsfrequenz somit das meistgenutzte deutsche Zahlverfahren, das Girocard/electronic cash-System überholt. 2015 wurden die rund 100 Millionen Girocards im Durchschnitt nur 2,15 mal pro Monat genutzt. (Quelle EURO Kartensysteme)

Ungebremstes Wachstum von „mobile“ am Online-Handel

Ungebremstes Wachstum von "mobile" am Online-Handel
Ungebremstes Wachstum von „mobile“ am Online-Handel

Viel beeindruckender waren jedoch die Kennzahlen des „mobile Payment“-Volumens von PayPal. Die Nutzung von PayPal durch mobile Endgeräte stieg laut PayPal um 55% von $66Mrd auf $102Mrd und mehr als 50% der PayPal-Kunden haben im Jahr 2016 mindestens einmal mobil bezahlt. Diese Payment-Transaktionen wurden nur durch mobile Endgeräte initiiert z.B. auf Smartphones via Browser oder In-App bzw. Tablets.
Bereits seit längerer Zeit ist im boomenden Online-Handel ein Paradigmenwechsel festzustellen: Die Kunden nutzen ihre Smartphones immer häufiger auch zu Hause statt den „klassischen“ Rechner mit Monitor. Sie kaufen und bezahlen in nahezu allen Lebenslagen über und mit ihre mobilen Endgeräten. Sei es auf der Couch, im Bus oder auf der Strasse auf dem Weg in die Mittagspause.
Dieser globale Trend, den man seit etlichen Jahren in den PayPal-Zahlen ablesen kann, ist längst auch in Deutschland angekommen. Bereits im Jahr 2015 lag der Anteil des mobil initiierten Online-Handels in Deutschland bei 30% und bei Zalando lag die mobile Zugriffsquote im 3. Quartal 2016 bereits bei knapp 70%.
Auf der Payment-Exchange Konferenz letzte Woche in Berlin berichteten Online-Händler auf einem Panel ähnliche Zahlen: Bei Techstyle liegt der mobil-Anteil bei 70%, Fashionette kommt auf 60% und 50% des Umsatzes von Lampenwelt wird mobil getätigt und gekauft.

Handel hat sich längst mobil optimiert, Paymentmethoden und Banken hecheln dagegen eher schlecht als recht hinterher

Handel hat sich längst mobil optimiert, Paymentmethoden und Banken hecheln dagegen eher schlecht als recht hinterher
Handel hat sich längst mobil optimiert, Paymentmethoden und Banken hecheln dagegen eher schlecht als recht hinterher

Während der Handel schon längst „Mobile First“ denkt und handelt, wundert sich der interessierte Beobachter über die vielfach vorhandene Ignoranz zum geänderten Kundenverhalten bei manchen Zahlmethoden. Auch im Jahr 2017 sind z.B. die Mehrheit der 3D-Secure Implementierungen (MasterCard SecureCode & Verified by VISA) der deutschen Kreditkartenherausgeber noch immer nicht mobil optimiert und der Begriff „Mobile First“ scheint generell ein Fremdwort. Kein Wunder, dass MasterCard mit dem Mobile-First-Produkt Masterpass versucht eigene, neue Wege zu gehen.

Es stellt sich die Frage wie lange der Kunde überhaupt noch akzeptiert eine 16-stellige Kartennummer, Gültigkeitsdatum und Kartenprüfnummer auf der Mini-Smartphone-Tastatur abzutippen, um dann bei einem nicht mobil-optimiertierten Formular seiner Bank noch ein zusätzliches Password eingeben zu müssen. PayPal bietet zeitgleich seit Jahren mobil optimiert die Zahlung in zwei Clicks an und über die Erkennung der Geräte-ID sogar gänzlich ohne Log-In. PayPal hat, ähnlich wie Amazon, eine extrem starke Kundenloyalität aufgebaut zulasten anderer Verfahren.

Man fragt sich ferner wie die ganzen (Produkt-)Manager selbst einkaufen und warum ihnen diese Defizite ihrer Produkte seit Jahren nicht auffällt? Nutzen diese etwa gar nicht die Smartphones ihrer Kunden, sondern nur Blackberry- oder gar noch Nokia-Telefone? Wie oft wird der Kunde noch direkt mit Kreditkarte bezahlen wollen, wenn er einmal die mobile Bequemlichkeit von PayPal und anderen Mobile-First-Zahlmethoden kennen gelernt hat?

Leider sieht es auch beim neuesten und damit vermeintlich innovativsten und modernsten Kind der deutschen Banken, Paydirekt, nur wenig besser aus. Auch da wurde eine durchgehende Mobile-First Strategie „vergessen“ oder nach hinten geschoben. Zumindest der Bezahlprozess an sich ist bereits mobil optimiert. Nur der für Paydirekt derzeit (überlebens)wichtige erstmalige Registrierungsprozess für Neukunden ist auch 2017 immer noch nicht mobil nutzbar. In den allermeisten Fällen wird ein „großer“ Screen vorausgesetzt. Es sollte jedoch bekannt sein, dass PayPal seine Neukunden in der überwiegenden Mehrheit direkt im Kaufprozess registrierte – wie übrigens auch die Banken selbst ihre Kreditkartenkunden vor Jahren für 3D-Secure im Zahlprozess aktivierten (enrollment-during-shopping). Warum Paydirekt und seine Banken diesen Prozess nicht optimieren ist m.E. nicht nachvollziehbar.

Zahlungsanbieter ohne „Mobile-First“-Strategie sind auf gleich drei Baustellen unter Druck

Die Anbieter von nicht, oder schlecht mobil optimierten Zahlungsverfahren, haben gleich drei überwältigend große Herausforderungen:

  1. Schlechte Conversion: Der Handel achtet auch im Zahlungsverkehr verstärkt auf die sogenannte Conversion, also die Erfolgsquote. Es wird kaum noch toleriert, dass man einen Kunden/Lead mit teurem Advertising-Geld eingekauft hat, alle Prozesse im Shop bis zur Zahlung optimiert hat, dann aber der Kunde am Ende abbricht, weil die Zahlungsabwicklung zu unbequem ist. Mobile verstärkt diesen Trend noch! Zahlverfahren mit schlechten KPIs aufgrund schlechter mobiler Nutzung werden auf die „schlechten Plätze“ der Zahlungsseite verbannt, komplett vom Handel „ausgelistet“ oder erst gar nicht aufgenommen.
  2. Netzwerkeffekt verstärken große Händler&Marktplätze: Der kleine Mobil-Screen sorgt für eine weitere Fokussierung auf sehr große erfolgreiche Händler und Marktplätze. Bevor der Kunde bei einem neuen, kleinen und unbekannten Händler auf der Mini-Tastatur sich erst umständlich anmelden und Adresse sowie erstmalig seine Zahlmethode angeben muss, nutzt er lieber die „großen“ bekannten Händler&Online-Marktplätze wo seine Lieferadresse und Zahlmethoden längst hinterlegt sind. Durch eine Konzentration der Handels- und somit Zahlungsvolumen auf einige wenige große Anbieter werden Händler und damit Zahlmethoden als auch kleinere Zahlungs-Dienstleister schneller aus dem Markt ausscheiden als sie derzeit wahr haben wollen. Die Marktkonsolidierung im Payment wird also gnadenlos weiter gehen.
  3. Recurring-Methoden im Vorteil: Aufgrund der beiden Punkte oben werden Zahlmethoden vom Handel favorisiert werden, die Recurring-Payment bieten. Also Zahlmethoden bei denen die Folgetransaktion einfacher abgewickelt werden kann als die erste Transaktion, da z.B. einmal eingegebene Zahlungsdaten oder Tokens wiederverwendet werden können und den Kaufprozess signifikant abkürzen.

Mobile führt also zu einer weiteren Konzentration sowohl im Handel als auch bei den Endkunden-Zahlmethoden. Angesichts der evidenten Kennzahlen sollten spätestens jetzt alle Alarmglocken schrillen und eine aggressive Mobile-First-Strategie eingeschlagen werden… oder aber es gilt tatsächlich Mobile is killing the Payment Player!

 

 

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Zwei Tage Payment-Exchange in Berlin: Der Händler im Fokus beim neuen Branchen-Event http://paymentandbanking.com/zwei-tage-payment-exchange-in-berlin-der-haendler-im-fokus-beim-neuen-branchen-event/ http://paymentandbanking.com/zwei-tage-payment-exchange-in-berlin-der-haendler-im-fokus-beim-neuen-branchen-event/#comments Mon, 30 Jan 2017 10:42:07 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7970 Zum Dritten mal fand im Berliner Soho-House die Payment-Exchange statt. Auch in dieses Mal drehte sich alles um die aktuellen Trends und Themen innerhalb der Payment- und Bankingbranche. Mehr als 150 Teilnehmer folgten unserem Aufruf gemeinsam mit Lösungsanbietern und Experten in “Wohnzimmer-Atmosphäre” über die Entwicklungen im Zahlungsverkehr zu diskutieren. Auf insgesamt sieben Diskussionspanels wurde in…

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Zum Dritten mal fand im Berliner Soho-House die Payment-Exchange statt. Auch in dieses Mal drehte sich alles um die aktuellen Trends und Themen innerhalb der Payment- und Bankingbranche. Mehr als 150 Teilnehmer folgten unserem Aufruf gemeinsam mit Lösungsanbietern und Experten in “Wohnzimmer-Atmosphäre” über die Entwicklungen im Zahlungsverkehr zu diskutieren.

Auf insgesamt sieben Diskussionspanels wurde in entspannter Atmosphäre in Themen wie Instant Payments, APIs, Blockchain, Loyalty oder Alternative Payments eingetaucht. Auf den unterschiedlichen Diskussionspanels stellten sich unter anderem Vertreter von Google, Alipay, Payback, DKB, figo oder Zalando den Fragen der Teilnehmer. Abgerundet wurde das Programm der Payment-Exchange mit Impulsvorträgen von Ex-PayPal Geschäftsführer und heutigem eVenture Partner Arnulf Keese und dem God-Father des Online-Marketings Florian Heinemann von Project A Venture. Wir werden beide Keynotes, die z.T. sehr zum Nachdenken über die mögliche Entwicklung der Branche anregten, im nächsten Podcast zum nachhören zur Verfügung stellen.

 

Austausch statt Vorträge

Das Event wurde ermöglicht durch namhaften Sponsoren, die wir durch unser Konzept des Austauschs in entspannter Atmosphäre statt Frontalpräsentationen überzeugen konnten: Adyen, Computop, Concardis, Crif, MasterCard, Miles&More, Optile, PayOne, Tax Free, Risk Ident, Visa und Wirecard

Im Rahmen der Payment-Exchange wurde außerdem das erste Mal die “goldene Transaktion”, der Preis für das innovativste Bezahlverfahren verliehen. Zu den glücklichen Gewinnern konnten sich Payback Pay (Platz 1), Barzahlen (Platz 2) und payrexx (Platz 3) zählen.

Fazit und Zukunft der Payment-Exchange

Wir von Paymentanbanking sind stolz froh und natürlich auch dankbar, das die Payment-Exchange von namhaften Teilnehmen, Sponsoren, Journalisten und Keynote-Speakern so gut angenommen wurde und blicken auf zwei intensive Tage zurück, die Lust auf mehr machen. Das der Hashtag #Pexberlin Trending-Topic auf Twitter war und auch das erste Presseecho nicht lange auf sich warten liess (Gründerszene berichtete noch am Freitag von einem unserer Diskussionspanel über Alternative Payment), zeigt, dass es Platz für das eher ungewöhnliche Format der Pex gibt.

Deshalb freuen wir uns schon jetzt auf weitere PEXes. Außerdem werden wir von Paymentandbanking noch im ersten Halbjahr 2017 unser erstes Fintech-Intensivseminar für eine kleine Runde an Interessierten (Interesse? Mail an seminar@paymentandbanking.com) geben.

In den nächsten Tagen wird es ein Video, verschiedene Podcasts und einige Bilder von der Payment-Exchange geben. Bis dahin bleibt uns nur Danke zu sagen. Danke an alle Teilnehmer und Sponsoren, ohne die es die Payment-Exchange und damit dieses neue Format gar nicht gäbe.

Twitterperlen der #Pexberlin

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Aufruf! Wir suchen Payment-Abwicklung im Blog! Bitte um Angebote! http://paymentandbanking.com/aufruf-wir-suchen-payment-abwicklung-im-blog-bitte-um-angebote/ http://paymentandbanking.com/aufruf-wir-suchen-payment-abwicklung-im-blog-bitte-um-angebote/#comments Fri, 27 Jan 2017 15:39:39 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7912 Unser PaymentAndBanking Blog ohne Payment? Gibt’s nicht, oder? Wir suchen für uns als Blog, also als „Long-Tail-Akzeptanzstelle“ nach Zahlmethoden.  Liebe PSPs und Payment-Anbieter, bitte helft uns und bewerbt Euch mit Euren Angeboten! Wir hatten ja neulich über Twitter gefragt welche Art der Monetarisierung Ihr Euch für den Podcast wünscht. Werbung, Sponsoren, Spenden, gar nichts… Siehe…

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Unser PaymentAndBanking Blog ohne Payment? Gibt’s nicht, oder? Wir suchen für uns als Blog, also als „Long-Tail-Akzeptanzstelle“ nach Zahlmethoden.  Liebe PSPs und Payment-Anbieter, bitte helft uns und bewerbt Euch mit Euren Angeboten!

Wir hatten ja neulich über Twitter gefragt welche Art der Monetarisierung Ihr Euch für den Podcast wünscht. Werbung, Sponsoren, Spenden, gar nichts… Siehe Artikel von André dazu.

Sehr kurzfristig haben wir uns dann entschieden einen PayPal-Spenden-Button einzuführen, was wunderbar klappte. Es dauerte keine 5 Minuten und wir waren bei PayPal als „Händler“ eingerichtet und konnten per einfachem HTML-Code den Spenden-Knopf in unseren Blog (dahinter liegende Technik ist Wordpress) einstellen und schon kamen die ersten kleinen Spenden – vielen, vielen Dank schon einmal dafür!

Nachdem das passierte kamen zum einen Wünsche nach weiteren Zahlmethoden durch Leser/Hörer als auch von Zahlmethoden und PSPs als Anbieter…

ABER das ist gar nicht so einfach… wir sind Blogger und somit das kleine Ende vom Long-Tail im Zahlungsverkehr. Kleine Transaktionen, geringe Umsätze und kein „Shopsystem“ mit Warenkörben, sondern einfach nur Spenden. Aber Blogger gibt es wie Sand am Meer und viele suchen nach Möglichkeiten der Monetarisierung. Also ist ein Markt da und es muss einfach sein in der Intergration für non-Techies – auch für uns! Denn obwohl wir „API-Experten“ sind, wie Frank Schwab bei Twitter feststellte, sollte ein Zahlverfahren eben genau diese Experten-Skills für Blogger nicht voraussetzen. Wenn ein Zahlverfahren erwartet, dass sein Kunde sich auf das Zahlverfahren einstellt, statt umgekehrt, dann ist das leider ein wenig weit weg vom Kunden gedacht…  zumal das Händleronboarding beim Marktführer PayPal in 5 Minuten über die Bühne geht und 2 Minuten später der Zahlbutton per Copy-Paste eingebunden ist – ganz ohne API-Expertise… Das ist der Benchmark!

Also, hier ist der Aufruf! Liebe Zahlverfahren, liebe PSPs… bitte helft uns und beweist, dass nicht nur PayPal und Stripe das Geschäftspotential des Long-Tails im Payment erkannt und gehoben haben.

Wir suchen EUCH:  Payment für den Long-Tail:

  • Einfache customized Integration in den Blog in HTML oder WordPress-PlugIn
  • Einfaches On-Boarding 
  • Keine Fix-Fees (monatl. Gebühr etc.), reine variable Transaktionsgebühren
  • Keine „spezielle“ Lösung nur für uns -> es muss für jeden gehen und öffentlich auf der Web-Site möglich sein
  • Man muss kein „API-Experte“ oder Developer sein -> Integration muss für jeden möglich sein, der WordPress bedienen kann.
  • Das i-Tüpfelchen wäre noch Recurring Payments

 

Ihr glaubt ihr habt die passende Lösung als PSP oder Zahlverfahren per Direktintegration? Dann schickt uns Eure Angebote an info@paymentandbanking.com 

Natürlich werden wir einen subjektiven Erfahrungsbericht schreiben was wir bei der Integration und On-Boarding erlebt hatten 🙂

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FinTech Podcast #86 – Aktuelle Entwicklungen im dt. Paymentmarkt http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-86-aktuelle-entwicklungen-im-dt-paymentmarkt/ http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-86-aktuelle-entwicklungen-im-dt-paymentmarkt/#respond Fri, 27 Jan 2017 14:52:09 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7906 Während der Payment-Exchange Konferenz haben Kilian und Jochen die Gelegenheit genutzt mit Marcus Mosen, CEO der Concardis, über die aktuellen Entwicklungen im deutschen Paymentmarkt zu sprechen.   Treiber des Interviews war natürlich der Verkauf der Concardis durch die deutsche Kreditwirtschaft an die Private Equity Unternehmen Bain Capital & Advent. Wir diskutierten ferner die allgemeinen neusten Entwicklungen im…

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Während der Payment-Exchange Konferenz haben Kilian und Jochen die Gelegenheit genutzt mit Marcus Mosen, CEO der Concardis, über die aktuellen Entwicklungen im deutschen Paymentmarkt zu sprechen.

 

Treiber des Interviews war natürlich der Verkauf der Concardis durch die deutsche Kreditwirtschaft an die Private Equity Unternehmen Bain Capital & Advent. Wir diskutierten ferner die allgemeinen neusten Entwicklungen im PSP- und Acquiringmarkt in Deutschland.

 

News der Woche: Aus zeitlichen Gründen wieder der Verweis auf die News-Zusammenfassung im Blog der DZ-Bank

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Ein Sponsor also… dann mal her mit den Angeboten http://paymentandbanking.com/ein-sponsor-also-dann-mal-her-mit-den-angeboten/ http://paymentandbanking.com/ein-sponsor-also-dann-mal-her-mit-den-angeboten/#comments Sun, 22 Jan 2017 20:18:01 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7878 Wir haben in den letzten Tagen ein paar Umfragen zur Monteraisierung des Podcasts laufen lassen – der Favorit der Teilnehmer/Hörer ist ein genereller Sponsor. Also keine Werbung, keine Bezahlschranke und auch eher keine Spenden (danke allen denen, die schon von der neuen Möglichkeit der Spende Gebrauch machten). Dann mal Freiwillige vor… wir sind offen und…

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Wir haben in den letzten Tagen ein paar Umfragen zur Monteraisierung des Podcasts laufen lassen – der Favorit der Teilnehmer/Hörer ist ein genereller Sponsor.

Also keine Werbung, keine Bezahlschranke und auch eher keine Spenden (danke allen denen, die schon von der neuen Möglichkeit der Spende Gebrauch machten).

Dann mal Freiwillige vor… wir sind offen und Angebote werden gern angenommen.

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FinTech Podcast #85 – 100 Fragen an die Payment Branche http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-85-100-fragen-an-payment-branche/ http://paymentandbanking.com/fintech-podcast-85-100-fragen-an-payment-branche/#comments Fri, 20 Jan 2017 20:01:42 +0000 http://paymentandbanking.com/?p=7838 Hanno Bender hat in seinem Bargeldlosblog diese Woche 100 Fragen an die Paymentbranche für das Jahr 2017 veröffentlicht. Wir haben dies zum Anlass genommen und mit ihm die wichtigsten aktuellen Fragen im Zahlungsverkehr für das Jahr diskutiert. Minute 3: PSD 2 Minute 15: MIF-Regulierung & Girocard (mit Verweis auf Hanno’s Blogartikel zur EC-Karten-Klage) Minute 33:…

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Hanno Bender hat in seinem Bargeldlosblog diese Woche 100 Fragen an die Paymentbranche für das Jahr 2017 veröffentlicht. Wir haben dies zum Anlass genommen und mit ihm die wichtigsten aktuellen Fragen im Zahlungsverkehr für das Jahr diskutiert.

Minute 3: PSD 2

Minute 15: MIF-Regulierung & Girocard (mit Verweis auf Hanno’s Blogartikel zur EC-Karten-Klage)

Minute 33: Marktkonzentration der Payment-Player

Minute 42:  e/m-Payment

News der Woche:  Verweis auf den Innovationsblog der DZ-Bank 

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