eCommerce Payment Dienstleister für den deutschen Markt – (Stand 10.09.2012)

Immer wieder kommt die Frage auf welche eCommerce Player es im deutschen Markt gibt.
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten und vor allem einer Dynamik unterlegen.
Dennoch will ich versuchen an dieser Stelle ab sofort eine Liste zu pflegen, welche die wesentlichen Player enthält. Gern nehme ich Ergänzungen und Anregungen in die Liste auf und werde diese Aktualisierungen auch kennzeichnen.

(Hier der direkte Link auf die systematische Darstellung: Mindmaps)

Unterscheiden will ich dabei nach den Funktionen der Player:

1. Kreditkartenacquirer
Den Start machen die sogenannten Kreditkarten-Acquirer:
Der Acquirer ist der sogenannte kaufmännische Vertragspartner für die Akzeptanz von Kreditkartenzahlungen. Will man Kreditkartenzahlungen direkt empfangen, kommt man in Deutschland um einen Kreditkartenakzeptanzvertrag nicht herum. Gerade für junge Unternehmen ist dies nicht immer ganz einfach, da die Acquirer vor dem Vertragsschluss ein mehr oder weniger umfangreiche Risikobewertung des jeweiligen Businesses vornehmen (müssen). Diese Bewertung ist dann auch ein wesentlicher Bestandteil bei der Preisfindung.
In der Regel erhält der Acquirer für seine Leistung einen %-Anteil (Disagio) des Warenkorbes. Das x richtet sich dabei nach dem oben angesprochenen Risiko und weiteren Parametern wie Umsatz, Durchschnittsticket etc. Ein normaler Preis für das Disagio liegt zwischen 2-4%.
Kreditkartenacquirer gibt es nicht unendlich viele, sondern nur wenige Unternehmen in Deutschland haben die Lizenz von Seiten der Kreditkartenunternehmen dieses Geschäft on- wie offline zu betreiben.

In Deutschland sind dies:

Mittlerweile bieten mehr und mehr der Kreditkartenacquirer auch PSP-Dienste an, so dass vermehrt Lösungen aus einer Hand möglich sind.

Ein Neuling zum Thema Kreditkartenakzeptanz ist das StartUp Paymill – Paymill bietet in Kombination mit Acceptance eine einfach zu integrierende und vertraglich schnell zu realisierende Lösung aus einer Hand an.

1a. giropay Acquirer
Eine vergleichbare Rolle wie die Kreditkartenacquirer nehmen auch die giropay Acquirer ein. Auch diese fungieren als kaufmännische Vertragspartner. Allerdings sind hier zum einen die Anbieter nicht so wenige und zum anderen bieten nahezu alle Acquirer im Bereich giropay auch eine technische Anbindung.

2. Bezahldienste / Wallets
Wallets können in der Regel einfach und direkt vom Shopanbieter angebunden werden. Auch die Vertragsgestaltung ist meist einfach und schnell erledigt. Dafür sind die Konditionen dann zumeist auch Standard und wenig verhandelbar.
Wallets erfordern von Seiten des kaufenden Kunden meistens eine Registrierung bevor eine Zahlung erfolgen kann.
Das bekannteste und erfolgreichste Beispiel einer eWallet ist sicher PayPal. In der Wallet hinterlegt der Kunde die von ihm selber präferierten Bezahlarten.

Bei den Wallets ist darauf zu achten, das diese neben der PCI Zertifizierung auch eine BaFin Zulassung im Sinne des deutschen ZAG oder ein europäisches Pendant wie die eMoney Lizenz der FSA haben. Durch die Wallet-Funktion und der “Verwaltung” von Guthaben des Kunden, kommt den Wallets eine bankähnliche Rolle zu, die eine Aufsicht sinnvoll erscheinen lässt.

3. weitere Bezahlarten
Neben der Kreditkarte und den Wallets gibt es noch eine Reihe weiterer Bezahlarten. Je nach Geschäftsmodell macht die Einbindung mal mehr und mal weniger Sinn. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die richtige Bezahlmethode für den Erfolg des Shops aber sehr relevant ist

4. Payment Service Provider
Die sogenannten PSPs haben die Aufgabe die technische Verbindung zwischen dem eigenen Online-Shop, oft auch dem ERP-Sytem und den verschiedenen Zahlungsformen herzustellen, die nicht bereits direkt an den Shop angebunden wurden.
In ihrer Hoheit liegen in der Regel auch die sicherheitsrelevanten Kundendaten wie Kreditkartendaten etc. Daher ist bei den PSPs auf Ihre PCI-Zertifizierung zu achten.
Immer wichtiger für viele Unternehmen sind die technischen Schnittstellen die von Seiten der PSPs zur Verfügung gestellt werden, da die Anbindung an die eigenen Systeme schnell und reibungslos erfolgen soll.
Die Leistungen des PSP werden in der Regel durch fixe Kosten pro Transaktion abgerechnet. Pro Transaktion sind dies in der Regel Cent-Beträge. Vereinzelt werden je nach Leistungsumfang des PSP zusätzlich initiale oder auch monatliche Kosten fällig.
Das Feld der PSPs ist leider nicht so eng wie das der Acquirer.

Daher hier der Beginn einer Liste, die sicher und gern noch wachsen kann:

Schwerpunkt virtuelle Güter:

5. Ausblick außerhalb GER

USA:
In den USA entstehen aktuell eine Reihe neuer eCommerce Player, die den Service für den Shopbetreiber noch deutlich erhöhen. Eine kleine Liste der neuen Angebote aus den USA:

Zu dem Thema hier noch ein Artikel von mir aus der t3n.

Asien

Sonstiges

6. Fazit
Welche Partner der Richtige, der Beste, der Günstigste etc ist, lässt sich pauschal nicht sagen.
Einige der Player haben klare Schwerpunkte und sind daher in bestimmten Branchen weit vorn. Auch und vor allem die eigenen Systeme und die daraus resultierenden Anforderungen an den Partner lassen die Auswahl zu einem immer wieder kehrenden Einzelfall werden.

PS: Hier noch die passenden Mindmaps dazu

Comments

  1. Danke für den ersten Überblick in ein komplexes Thema…

  2. Hallo und vielen Dank für diese gute Übersicht! Diese spiegelt den Markt wieder. Ergänzend aber anders aufgezogen kann ich dazu nachfolgenden Link anbieten:

    http://www.shoptrainer.de/onlineshops/payment-anbieter-und-die-zahlungsarten-das-salz-in-der-suppe.html

    Hier wurden einige Payment-Dienstleister einzeln untersucht und nach Informationen für den Verkäufer und für den Endverbraucher aufgeschlüsselt. Ich persönlich bevorzuge Payment-Dienstleister ohne Bonitätsprüfung im Hintergrund – nur ist auch klar, dass dies kaum ein zukunftsorientierte Denkweise darstellt, leider. Wir benötigen Payment Dienstleister um Neukunden zu gewinnen. Abbrüche im Warenkorb können mit der Integration ausgewählter Provider minimiert werden.

  3. Paymentwall ist ein genialer Dienst! Habe dazu auch aktuell noch einen Artikel auf meinem Blog veröffentlicht, für alle die es interessiert: http://samuel.klyk.ch/2012/02/paymentwall-eroffnet-office-in-berlin/

    • Danke für den Hinweis – klingt in der Tat spannend. Wenn ich es richtig versteh übernimmt Paymentwall eine ähnliche Funktion wie PayPal für den Merchant – will heissen, der Merchant braucht keine weiteren Akzeptanzverträge mit den Bezahldiensten.
      Eine Frage: Verfügt Paymentwall selber über eine Banklizenz?

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