Um so mehr ich über den Zahlungsverkehrsmarkt der Zukunft nachdenke, um so weniger erscheinen mir die heutigen Player (Banken) und ihre oft propagierten Nachfolger (Telkos) die Gewinner sein zu können.
Warum sehe ich das so?
Unser Leben wird mehr und mehr von Unternehmen dominiert, die uns Dienste basierend auf Software zur Verfügung stellen. Und diese Softwarelösungen ersetzen mehr und mehr “alte” Lösungen die auf einer anderen, zumeist älteren Infrastruktur beruhen (das disruptive Element).
Ein paar Beispiele:
- Skype vs. Telefon
- myTaxi vs. Taxi-Callcenter
- WhatsApp vs. SMS
- Spotify vs. Musik CD
- YouTube vs. MTV
- Google Maps vs. Falk-Plan
- Digitalkamera vs Kodak
- etc.
- AOL brauchte 9 Jahre für eine Million User – Facebook 9 Monate – Draw Something 9 Tage
- Napster hatte 2000 4.9 Millionen Nutzer, Skype hatte 2005 nach nur 25 Monaten 54 Millionen Nutzer
- Instagram hat 12 Millionen User im ersten Jahr erreicht - in den letzten 3 Monaten weitere 9 Millionen – in den ersten 10 Tagen nach der FB-Übernahme weitere 10 Mio – in den ersten 3 Wochen im Google Play Store weitere 10 Millionen
- PayPal hat sieben Jahre nach dem Start in GER mehr deutsche Accounts als die Sparkassen Online-Banker Nutzer
- Square brauchte rund 18 Monate um 15% aller KK-Terminals in den USA zu stellen und wird heute mit 4 Milliarden USD bewertet
- Händlergeschäft
- das klassische POS-Terminal- und Acquiringgeschäft steht durch Square und seine Klone massiv unter Druck
- eCommerce
- der eCommerce wird dominiert von PayPal, neuen Rechnungsanbietern und den Kreditkartengesellschaften; Banken findet hier maximal als Abwickler statt
- Mobile Payments
- ist eine Verlängerung des eCommerce und findet stand heute nahezu ohne aktive Beteiligung der Banken statt
- peertopeer Zahlungen wie Barclays PingIt machen aber vor, wie auch Banken eine aktive Antwort auf das Kundenbedürfnis geben könnten
- Partner werden zu Konkurrenten
- Lösungen der Kreditkartengesellschaften wie Visa “V.me” und Mastercards “PayPass Wallet” werden die Banken noch mehr in den Hintergrund drängen, da beide Player noch mehr als heute versuchen den Kunden direkt an den Karten-Brand zu binden und die Banken zu verdrängen
- Banking und Personal Finance Management
- Heute erledigen die meisten Kunden ihren Zahlungsverkehr noch siloartig in den Internet-Filialen der Banken.
Die weitere Verbreitung der Smartphones, die Appmania sowie sich veränderte Kundenbedürfnisse, wird die Kunden aber mehr und mehr zu neuen bankenunabhängigen und auch plattformübergreifenden Diensten führen.
Mint.com oder Bank Simple haben es in den USA vorgemacht und auch der Erfolg von Mobil-Apps wie iOutbank oder finanzblick zeigt, dass Kunden mit den reinen Angeboten ihrer Banken nicht immer zufrieden sind.
- Heute erledigen die meisten Kunden ihren Zahlungsverkehr noch siloartig in den Internet-Filialen der Banken.
- mehr wie ein Softwareanbieter denken und eigene Lösungen anbieten
- nicht Schwarz- oder Weiß denken, sondern neue Lösungen parallel zu Bestandslösungen anbieten
- neue Kundenwünsche aktiv durch schnelle und innovative Dritte erfüllen lassen und externen Softwareanbietern gute APIs zur Verfügung stellen
Nicht die Bank und ihre “Hardware” (Filiale, Karte, GAA etc.) ist entscheidend, sondern der Service der mehr und mehr aus Software besteht.







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